Konenlager

Aus Fahrradmonteur
Wechseln zu: Navigation, Suche
Steuersatz:
unten fester (aufgeschlagener) Konus, oben beweglich

Klassische Kugellager am Fahrrad waren Konenlager, bei denen die Lagerkugeln zwischen Lagerschale und Konus laufen. Sie werden in Paaren montiert, bei denen entweder die zwei Konen innen liegen und zwischen den Lagerschalen verlaufen oder mit den Lagerschalen innen und die Konen außen liegend. Konenlager erlauben sehr genaues Einstellen der Lager, verlangen aber auch gehörige Erfahrung, um dies korrekt auszuführen. Sie werden nach und nach durch Industrielager oder andere Konstruktionen abgelöst, welche auch durch Laien problemlos montierbar sind.

Innenlager
Beim konventionellen schraubbaren Innenlager liegen die Konen auf der Innenlagerwelle und die Lagerschalen werden in das Tretlagergehäuse des Rahmens geschraubt bzw. geschlagen. Die linke Lagerschale ist einstellbar und erlaubt so das Einstellen des Lagerspiels. Sie wird mit einem Konterring und Nasenscheibe gegen Lösen gesichert. Die rechte Lagerschale ist fest und wird bis zum Anschlag in das Tretlagergehäuse geschraubt.
Alternativ sind die Konen beweglich auf der Welle angeordnet und die Lagerschalen werden fest im Rahmen montiert. Diese Bauform ist besonders anfällig gegen Selbstlösung, auch wenn Nasenscheibe und Kontermutter korrekt montiert wurden. Man trifft diese Konstruktion nur noch bei alten Keiltretlagern an, die bis Anfang der 90er Jahre üblich waren.
Pedale und Naben
Bei Pedalen oder Naben sind die Lagerschalen Teil des Lagerkörpers und die Konen werden von außen aufgesetzt. Entweder einer oder beide Konen sind einstellbar und werden mit einer Mutter und Unterlegscheibe oder Nasenscheibegesichert.
Lange Zeit waren Pedale und Naben speziell im Hochpreissektor eine Domäne von Konenlagern. Die Leichtlauflager von Campagnolo galten Jahrzehnte als höchster Stand der Technik und Präzision. Erst seit Aufkommen der Hügi-Naben existiert Konkurrenz, die mit der Konuskonstruktion mithalten kann. Da die modernen Naben zudem pflegeleichter sind und nicht eingestellt werden müssen, haben sie sich außer für Rekordfahrten durchgesetzt.
Steuersatz
Beim Steuersatz sind die Lagerschalen im Steuerrohr untergebracht und die Konen werden von außen aufgesetzt. Dabei ist der untere Konus auf der Gabelkrone aufgesetzt und ist nicht mehr verstellbar und der obere Konus wird entweder aufgeschraubt (Gewindesteuersatz) oder aufegsteckt (Gewindeloser Steuersatz).
Gewindesteuersätze sind weitgehend vom Markt verschwunden, da das Einstellen nur Profis zuverlässig gelingt. Die Ahead-Steuersätze haben die Konuskonstruktion vom Markt verdrängt, obwohl sie schwerer, klobiger und teurer sind und außerdem eine Unfallgefahr (Brustkorb) darstellen.