Winterreifen

Aus Fahrradmonteur
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Peter ist in Chile und braucht "irgendwann demnächst" eine neue Felge, die es nur in Europa gibt. Ich finde keinen Shop, der zu annehmbaren Preisen nach Südamerika liefert. Online-Recherchen ergeben einen Paketpreis jenseits der 200 Euro bei allen Anbietern in Deutschland, da die Größe des Paketes als Sperrgut gilt. Eine Nachfrage in der Postfiliale ergab dann jedoch ca. 70 bis 80 Euro. Also Felge bestellt, noch ein Innenlager rein und ein paar SD-Karten und ab Richtung Argentinien.

02. Dezember 2015
Bestellung der Felge im Webshop,
1 x Ryde/Rigida Big Bull (26423) = 31,90EUR, Farbe schwarz, Größe 26"
08. Dezember 2015
Ankunft der Felge und Verschickung per DHL
Ich bin in einen kleinen DHL-Shop in der Nähe gegangen, dort wurde das Paket als "ganz normal" behandelt, ohne Übermaß. Vielleicht ein Irrtum der Filiale, ich habe jedoch nicht gemeckert. Lieferzeit wurde mit 10-12 Tagen angegeben.
Paketmaße: 600 x 600 x 120; Masse: 2,6 kg; 42,99 €uro
21. Dezember 2015
Ankunft des Paketes in Argentinien
04. Januar 2016
Ankunft in der Nähe des Zielortes
13. Januar 2016
Peter ist an San Luis vorbei und auf dem Weg nach Uruguay, das Paket schlummert weiter beim Zoll.
30. Januar 2016
Vom Paket fehlt jede Spur
4. Februar 2016
Peters Fahrrad wird gestohlen - die Felge wäre jetzt also auch weg...
5. Februar 2016
die argentinische Post stellt fest, daß das Paket auf dem Rückweg ist
30. März 2016
Das Paket ist zurück und ich darf nochmal 20 Euro dafür zahlen, daß es nicht angekommen ist
Paketschein-argentinien.jpg



Tiefschnee


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Im Tiefschnee fahren sich Winterreifen angenehm. Sie greifen gut, egal ob beim Anfahren oder Bremsen. Man darf aber keine Wunder erwarten, man kann durchaus auch mit 240 Spikes pro Rad wegrutschen, wenn man es übertreibt. Es ist wichtig, sich an die Grenzen heranzutasten.

Tiefschnee ist etwa so wie loser Sand, nur daß man in unseren Breiten meistens bis auf tragfähigen Grund durchkommt.

Beim Fahren in Tiefschnee kommen nicht nur die Spikes zum Einsatz, auch das grobe Profil und die feinen Lamellen wirken. Die Reifen halten recht viel Schnee fest, man muß schon noch etwas Platz unter den Schutzblechen lassen, sonst bildet sich dort eine durchgehende Reibfläche, die wie eine Bremse wirkt.

Man sollte beständig mittreten und einen eher kleinen Gang wählen. Auch der Winterreifen kann nicht immer verhindern, daß man mal steckenbleibt oder etwas wegrutscht. Wenn man erst dann wieder in die Pedale treten will, steht man meist schon.



festgefahrener Schnee


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Die häufigste Situation dürfte festgefahrener Schnee sein. Hier spielt der Winterreifen seine Stärke aus. Das Profil fährt sich von allein frei, die Spikes greifen und man hat ein Fahrverhalten fast wie im Sommer. Man kann auch durchaus mal in die Kurve gehen.

Gefährlich kann es werden, wenn sich die feste Schneedecke mit freien Stellen abwechselt. Hier kann es passieren, daß man auf Schnee noch ordentlich Grip hat und die Rutscherei beginnt, wenn man mit den Spikes feste Fahrbahn erreicht. Es ist nun nicht so, daß man da keine Haftung mehr hat, sie verringert sich aber ein bißchen und man wird unsicher. Man rutscht auch mit Spikes auf Asphalt nicht weg[1], es ist nur ein anderes Fahrgefühl. Probiert es einfach aus. Die Haftung ist unterschiedlich.

Insgesamt sollte man vorsichtiger als im Sommer fahren. Während Bremsen noch gut beherrschbar ist, sind Kurvenfahrten Übungssache. Werdet nicht übermütig, ihr fahrt schließlich auf dem Untergrund, den Kinder beim Schlittenfahren bevorzugen.




Eis


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Fahrräder sind keine Speedway-Motorräder! Die Motorräder haben sehr lange und spitze Spikes und starke Motoren, trotzdem driften sie und die Räder drehen durch. Am Winterreifen vom Fahrrad stecken kurze und stumpfe Spikes und unsere Muskeln können nicht mit Motoren konkurrieren. Also erwartet bitte keine spektakulären Sachen.

Man kann auf Eis fahren. Selbst das von Autofahrern gefürchtete Glatteis (neudeutsch Blitzeis) ist kein Problem, im Gegenteil. Wenn Autos, auch mit Winterreifen, völlig die Kontrolle verlieren und seitlich einfach von der Straße rutschen, kann man mit Spikesreifen am Fahrrad noch gut beherrschbar fahren. Dabei sind es vor allem die Spikes, die für Haftung sorgen.

Solange man eine durchgehende Eisdecke hat, hat man immer recht gleiche bedingungen und kann mit etwas Vorsicht ganz normal fahren. Man muß sich aber vor anderen Verkehrsteilnehmern in Acht nehmen, die rutschen dir eventuell in die Spur.



Splitt


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„Früher“ wurde Sand zum Streuen verwendet, heute findet man meist Splitt auf Fahrbahnen und Radwegen. Splitt ist größer und scharfkantig. Viele Radfahrer beschweren sich, daß der Splitt die Reifen zerstört. Das stimmt auch, allerdings weitgehend nur bei Sommerreifen. Diese haben relativ große durchgehende Gummiflächen, in diese schneidet sich der Splitt ein.

Beim Winterreifen sieht das anders aus. Die kleineren Körnchen setzen sich in den Lamellen der Bereifung fest und sorgen so für deutlich bessere Haftung, ohne den Reifen zu zerstören.

Splitt stellt kein Problem dar, ist sogar förderlich und erhöht die Fahrsicherheit. Allerdings ist das Zeug manchmal recht anhänglich und fährt sich nicht gleich ab, man sammelt den Splitt dann über Winter im Keller.




Fußnoten


  1. FAQ Spikes bei Schwalbe