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Fahrradtypen

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Bis in die 80er Jahre gab es eigentlich nur Renn- und Tourenräder sowie die etwas leichteren "Sporträder". Fahrradkomponenten waren genormt, man erhielt weltweit passende Ersatzteile.

Eine Ausnahme war Benelux, hier kann man bis heute böse Überraschungen erleben, von nicht passenden Reifen über seltsame Bowdenüge, nicht passenden Lenkerbügeln und Sattelstützen bis zu französischen Innenlagern, die beidseitig Rechtsgewinde haben und von den üblichen BSA-Lagern nur 1/10 mm abweichen und bei unbeabsichtigter Montage den Rahmen ruinieren. Auch Hollandräder halten manchmal seltsame ungenormte Überraschungen bereit.

Mit Aufkommen der Mountainbikes kam es zu einem Fahrradboom. Um die Umsätze hoch zu halten, werden immer wieder neue Typen erfunden, die in Wirklichkeit nur geringfügige Änderungen aufweisen.

Identische Rahmen werden sehr unterschiedlich lackiert und ausgestattet, alle paar Jahre entstehen so neue Fahrradtypen, die keine sind. Ob ATB, Trekkingrad, Fitness-, Crossbike oder City-Rad, in Wirklichkeit unterscheiden sie sich kaum. Unsinnige Räder wie die Cruiser, welche sich eigentlich kaum zum Fahren eignen oder Modeerscheinungen wie Fahrräder, von denen man möglichst viele Teile abbaut, halten sich nicht lange am Markt.

Einzige wirkliche Neuerung sind die Federsysteme, die langsam Einzug in den Bereich der Alltagsräder halten. Hier sind sie sinnvoll, auch wenn sie einen Teil der Antriebskraft rauben. Federsysteme am Fahrrad sind allerdings nicht wirklich neu, vor Patentierung des Luftreifens 1888 waren alle Fahrräder (die damals noch Veloziped hießen) vollgefedert.

Welches Fahrrad das Richtige ist, kann der Laie schwer einschätzen, die Beratung im Fachgeschäft und Probefahrten helfen dabei. Im Baumarkt sollte nur kaufen, wer bereit ist, ständig zu reparieren, weil immer wieder etwas kaputtgeht oder abfällt. Viele Reparaturen sind in Eigenregie nicht mehr möglich, weil man viel Spezialwerkzeug benötigt. Aber auch Baumarkträder können die richtige und sinnvolle Entscheidung sein, wenn man weiß, worauf man sich einläßt und wenn man ein Modell erwischt, was auch verkehrssicher ist.

Modeerscheinungen wie abfallende Oberrohre, hochgezogene Kettenstreben oder exotische Rahmengeometrien sind nicht neu, derartige Konstruktionen gab es bereits in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts, sie haben sich auch damals nicht durchsetzen können, weil der klassische Diamantrahmen statisch das Optimum darstellt.

Ebenso sind Spielereien mit "schicken" Speichenbildern einzuschätzen, einzig radiales Einspeichen des Vorderrades und der linken Seite des Hinterrades kann sinnvoll sein. Eine Ersatzteilversorgung der für die von einigen als schick empfundenen Systemlaufräder ist nicht gewährleistet, die Lastverteilung auf die Felge ist ungleichmäßig, was deren Gewicht unnötig erhöht.

Das Fahrrad wird nicht mehr neu erfunden, auch wenn die Industrie dies gern suggerieren würde. Die Fahrräder sind in den letzten Jahrzehnten proportional leichter, teurer und komplizierter geworden. Während Rahmenhöhen seit Erfindung des Fahrrades in mm angegeben werden, versuchen amerikanische Firmen jetzt, eine Größensortierung ähnlich wie bei Bekleidung (S,M,L,XL) zu etablieren. Dies wird nicht gemacht, weil es "schick" ist, sondern um Kosten zu sparen, weil es auf diese Weise weniger Rahmenhöhen gibt, die man herstellen muß. Gleiches gilt für Größenangaben in Zoll, hier verringert sich die Anzahl der Rahmengrößen um den Faktor 2,5.

Verbreitete Rahmenmaterialien sind Stahl und Aluminium. Räder aus Alu sind nicht zwangsläufig leichter, da man erheblich dickere Rohre benötigt. Alurahmen werden von der Industrie bevorzugt, weil sie eine weitaus größere Werbefläche bieten. Aus dem gleichem Grund werden Hochprofilfelgen favorisiert (sogenannte "V-Felgen"), sie sind meist schwerer und die vielgepriesene bessere Aerodynamik spielt nur im Hochleistungssport eine Rolle. Karbon wird aufgrund der mittlerweile massenhaften Herstellung interessanter, allerdings sind die Rahmen meist zu weich (selbst im Hochpreissektor).