Inbusschrauben

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Inbusschrauben

Links SW 10 -> M 6, rechts SW 13 -> M 8; für beide passend Inbus 5

Inbusschrauben sind Schrauben mit einem Innensechskant. Der name Inbus steht für „Innensechskantschraube Bauer und Schaurte“. Häufig wird der name falsch „Imbus“ ausgesprochen oder geschrieben. Der Name leitet sich ab vom Ersthersteller Bauer & Schaurte (bis 1980 in Neuss) her.

Die Bauer-und-Schaurte-Werke in Neuss wurden als "Rheinische Schrauben und Mutternfabrik Bauer und Schaurte" am 1. Juli 1876 von dem aus dem Sauerland stammenden Christian Schaurte und dem Kölner Georg Bauer gegründet, seit 1917 von Werner T. Schaurte weitergeführt und 1980 unter dem Namen „Bauer & Schaurte und Karcher“ mit den Karcher-Werken (u. a. in Beckingen/Saar) zusammengelegt. 1993 riß Saarstahl sein Tochterunternehmen BSK (Bauer, Schaurte, Karcher) mit in die Insolvenz, bis die Werke 1994 von der Valois-Gruppe (Frankreich) aufgekauft wurden. Sowohl das Unternehmen als auch die Marke Inbus gehören heute zur Whitesell Group.

Die Erfindung der Innensechskantschraube geht auf das Jahr 1911 zurück. Bauer & Schaurte ließ diese Schraubenart 1936 in Deutschland patentieren und brachte sie auf den Markt. Die Technik wurde unter anderem von Walter Beduwé, damals leitender Ingenieur, weiterentwickelt und vollendet.

Bei dieser Schraubenart ist ein Innensechskant in einem zylindrischen Schraubenkopf versenkt. Im Vergleich zur Sechskantschraube (mit Außensechskantkopf) wird weniger Platz und somit auch weniger Material für den Kopf benötigt. Im Vergleich zu einer gleich großen Kreuzschlitzschraube kann eine Inbusschraube etwa das zehnfache Drehmoment aufnehmen.

Mittlerweile verbreiten sich einige Schraubenkopfsysteme wie Torx oder Vielzahn XZN, die höhere Momente aufnehmen können. Allerdings führen diese vielen Schraubenformen zu Unmut beim Heimbastler, weil man immer mehr Werkzeug benötigt, ohne daß dies technisch erforderlich wäre. Torx ist noch recht wenig verbreitet, lediglich Sondereinsätze wie der Speedhub-Schaltgriff werden damit befestigt.

Eine Sonderstellung beim Fahrrad nimmt die Innenfünfkantschraube ein. Dies ist nichts als ein Diebstahlsschutz für Laufräder und ähnliche Teile, da Fünfkantschlüssel fast nur im Fahrradbereich verbreitet sind. Am Auto sind Fünfkantschlüssel im Bremsbereich üblich, um ahnungsloses Herumschrauben zu verhindern.[1]

Falls jemand erwartet, daß gleiche Gewindemaße gleiche Schraubenköpfe haben, der irrt. Bei Madenschrauben mag dies noch einleuchtend sein, bei Zylinderkopf und Halbrundkopf erwartet man dies jedoch nicht. Hier eine unvollständige Übersicht der Gewindemaße, Schlüsselweiten der Muttern und passenden Inbusschlüsseln. Die Schrauben der Größen M 5 und M 6 sind die mit Abstand am häufigsten am Fahrrad auftretenden Schraubengrößen.

GewindemaßSchlüsselgröße InbusSW Muttertypische Anwendung
beim Fahrrad
Zylinderkopf Linsen-, Halbrund-, Senkkopf Madenschraube
M 1,6 1,5 - 3,2
M 2 1,5 - - 4
M 2,5 2 5
M 3 2,5 2 1,5 5,5
M 4 3 2,5 2 7
M 5 4 3 2,5 8
M 6 5 4 3 10
M 8 6 5 4 13
M 10 8 6 5 17
M 10,5 - - - 15 Sondermaß nur für Fahrrad: Innenlager, Hinterachse
M 12 10 8 6 19

Fußnoten

  1. BREMSSATTEL-SPEZIALEINSÄTZE, FÜNFKANT, SW-STAHL