Mit Aufkommen der Mountainbikes kam es zu einem Fahrradboom. Um die Umsätze hoch zu halten, werden immer wieder neue Typen erfunden, die in Wirklichkeit nur geringfügige änderungen aufweisen.
Identische Rahmen werden sehr unterschiedlich lackiert und ausgestattet, alle paar Jahre entstehen so neue Fahrradtypen, die keine sind. Ob ATB, Trekkingrad, Fitness-, Crossbike oder City-Rad, in Wirklichkeit unterscheiden sie sich kaum. Unsinnige Räder wie die Cruiser, welche sich eigentlich kaum zum Fahren eignen oder Modeerscheinungen wie Räder, von denen man mÖglichst viele Teile abbaut, halten sich nicht lange am Markt.Einzige wirkliche Neuerung sind die Federsysteme, die langsam Einzug in den Bereich der Alltagsräder halten. Hier sind sie sinnvoll, auch wenn sie einen Teil der Antriebskraft rauben. Federsysteme am Fahrrad sind allerdings nicht wirklich neu, vor Erfindung des Luftreifens waren alle Fahrräder (die damals noch Veloziped hießen) vollgefedert.
Welches Fahrrad das Richtige ist, kann der Laie nicht einschätzen, die Beratung im Fachgeschäft und Probefahrten helfen dabei. Im Baumarkt sollte nur kaufen, wer bereit ist, ständig zu reparieren, weil immer wieder etwas kaputtgeht oder abfällt. Viele Reparaturen sind in Eigenregie nicht mehr mÖglich, weil man viel Spezialwerkzeug benÖtigt.Ebenso sind Spielereien mit "schicken" Speichenbildern einzuschätzen, einzig radiales Einspeichen des Vorderrades und der linken Seite des Hinterrades kann sinnvoll sein. Eine Ersatzteilversorgung der für die von einigen als schick empfundenen Systemlaufräder ist nicht gewährleistet, die Lastverteilung auf die Felge ist ungleichmäßig, was deren Gewicht unnÖtig erhÖht.
Das Fahrrad wird nicht mehr neu erfunden, auch wenn die Industrie dies gern suggerieren würde. Die Fahrräder sind in den letzten Jahrzehnten proportional leichter, teurer und komplizierter geworden. Während RahmenhÖhen seit Erfindung des Fahrrades in mm angegeben werden, versuchen amerikanische Firmen jetzt, eine GrÖßensortierung ähnlich wie bei Bekleidung (S,M,L,XL) zu etablieren. Dies wird nicht gemacht, weil es "schick" ist, sondern um Kosten zu sparen, weil es auf diese Weise weniger RahmenhÖhen gibt, die man herstellen muß. Gleiches gilt für GrÖßenangaben in Zoll.Verbreitete Rahmenmaterialien sind Stahl und Aluminium. Räder aus Alu sind nicht zwangsläufig leichter, da man erheblich dickere Rohre benÖtigt. Alurahmen werden von der Industrie bevorzugt, weil sie eine weitaus grÖßere Wärbefläche bieten. Aus dem gleichem Grund werden Hochprofilfelgen favorisiert (sogenannte "V-Felgen"), sie sind meist schwerer und die vielgepriesene bessere Aerodynamik spielt nur im Hochleistungssport eine Rolle. Karbon wird aufgrund der mittlerweile massenhaften Herstellung interessanter, allerdings sind die Rahmen meist zu weich (selbst im Hochpreissektor).
630 mm plus 2 x 28 mm Reifen ergeben 686 mm = 27"
622 mm plus 2 x 44,5 mm Reifen ergeben 711 mm = 28".Tatsächlich erreichen aber Schlauchreifen- Laufräder mitsamt Reifen lediglich zwischen 665 und 675 mm.
Als Rahmenmaterialien finden alle im Fahrradbau üblichen Materialien Verwendung, wobei Karbon und Stahl am weitesten verbreitet sind. Aluminium ist zu hart und empfindlich bei Stürzen.
Die leichtesten Rekordräder wurden entgegen landläufiger Meinung nicht aus Karbon sondern Stahl gebaut. Das Rad, mit dem Eddy Merckx 1972 den Stundenweltrekord aufstellte, war ein gemuffter Stahlrahmen von de Rosa und wog 5,75 kg, aktuelle Karbonräder sind mehrere kg schwerer.Diese Fahrräder werden so gebaut, daß der Fahrer mÖglichst strÖmungsgünstig sitzt, deshalb sind oft kleinere Vorderräder montiert. Scheibenräder am Hinterrad sind gestattet, aber nicht Standard und bei Seitenwind sehr gefährlich, das Geräuschniveau wird oft als stÖrend angesehen. Die Komponenten an Zeitfahrmaschinen entsprechen weitgehend denen von normalen Rennrädern..
Als Bereifung finden 27" Schlauchreifen Verwendung, weil Drahtreifen nicht stark genug aufgepumpt werden kÖnnen - der Reifeninnendruck beträgt 7 bis 11 Atü.
Da von der Industrie immer wieder andere geometrien erfunden werden, wird der Absatz hochgehalten.
Prinzipiell sind Mountainbikes nur 26" Fahrräder mit breiter Bereifung und meist Federung. Nur wenige Räder sind wirklich stabiler als hochwertige Rennräder, die Stabilität von Reiserädern wird auch von Spitzenmodellen nicht erreicht.Diese Sitzposition erschwert das Zurücklegen langer Strecken erheblich. Tourenräder kÖnnen relativ hohe Lasten befÖrdern und besitzen nur selten eine Kettenschaltung. Eine Sonderform der Tourenräder stellen die sogenannten "Hollandräder" dar, welche einen geschlossenen Kettenkasten und nach hinten offene Ausfallenden besitzen.
Reiseräder sind darauf ausgelegt, hohe Lasten zu transportieren und mit sehr robusten und langlebigen Teilen ausgestattet. Das Gewicht steht dabei im Hintergrund, es sind die schwersten Fahrräder (abgesehen von Lastenfahrrädern). Reiseräder sind sehr gutwillig im Fahrverhalten, verzeihen Fahrfehler viel eher als andere Fahrradtypen. Allerdings sind abrupte LenkmanÖver problematisch.
Reiseräder haben immer Bereifung 28", Mountainbikes sind ungeeignet, weil man mit dem Hacken an die hinteren Packtaschen stÖßt und kaum noch ungefederte MTB's am Markt erhältlich sind.Sie besitzen keine Federung, weil dies die Fahrstabilität zu stark einschränken würde. Die Produktion von Federsystemen für Reiseräder wurde aufgrund nicht vorhandener Nachfrage eingestellt.
Die Bereifung ist dicker als bei Rennrädern, aber deutlich dünner als bei Mountainbikes.
Trekkingräder kÖnnen mit mehreren Gepäckträgern ausgestattet werden, allerdings leidet die Fahrstabilität unter zu hoher Last, weil der Radstand deutlich unter dem von Reiserädern ist und die Rahmengeometrie und -dimensionierung nicht darauf ausgelegt sind.Es hat als rein muskelkraftbetriebenes Fahrzeug den selben Status wie ein Fahrrad und darf somit auf der Straße fahren. Wegen seiner Breite braucht es keine Radwege zu benutzen.
Andere Namen sind Fahrradtaxi oder Velotaxi.
Erfunden wurde die Fahrradrikscha in Japan, weil Europäer die engen japanischen Sänften nicht benutzen konnten.Besonders deutlich wird der Unterschied beim Abstand der Reifen zum Rahmen. Das Vorderrad ist so weit hinten, daß ungeübte Fahrer beim Lenken mit dem Schuh anstoßen und schnell stürzen. Echte Rennradgeometrien sind für Anfänger nicht geeignet. Durch den kurzen Radstand ist deses Rad sehr wendig, Laien würden das als "zappelig" bezeichnen, weil man einen guten Geradeauslauf nur mit viel übung schafft.
Das Reiserad hat einen extrem langen Radstand, womit es quasi von allein geradeaus fährt. Dies ist bei hoher Beladung auch notwendig. Die Sattelposition ist logischerweise identisch mit der des Bahnrades, der Lenker ist wesentlich hÖher platziert.| Fahrrad | Radstand | Oberrohr | Unterrohr | Kettenstreben | Hinterbaustreben | Abstand Reifen-Rahmen |
|---|---|---|---|---|---|---|
Reiserad |
1.130 |
580 |
655 |
470 |
575 |
60 |
Bahnrad |
1.000 |
535 |
590 |
420 |
535 |
20 |