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Unter Wasser

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Ausflug mit dem Kanu zu den Ostseeschären Kalliosaari, Pihlajaluoto, Kalliosaarenluoto, Iso Leikosaari und Neitsytsaaret in Helsinki

Fahrrad und Fotografie passen ganz gut zusammen. Jedenfalls ist das so, wenn schönes Wetter ist. Wenn es jedoch stark regnet oder staubt, wird es schnell schwierig. Es gibt verschiedene Methoden, sich vor Staub oder Feuchtigkeit zu schützen. Einige sollen hier getestet und bewertet werden.

Der Test mit Kanu auf der Ostsee ist sicher extremer als auf dem Fahrrad im Regen aber doch vergleichbar. Und eins ist sicher: Was gegen Wasser schützt, schützt auch gegen Staub! Die oft gepriesene Lenkertasche ist der denkbar schlechteste Ort zum Aufbewahren einer Kamera auf der Weltreise, sie ist die einzige nicht dichte Packtasche und Straßenstaub dringt sehr gerne dort ein. Die hier getesteten Varianten können also auch gut auf eine Tour durch die Wüste übertragen werden.

Testgelände war die Schärenküste im östlichen Helsinki. Ziel war jeweils die unbewohnte Insel Kalliosaari. Start war in Kallahti, es ging vorbei an Porsassaari und Neitsytsaaret, um Kalliosaari herum und zurück über Voirasia, und durch Neitsytsaaret hindurch.

 



Voraussetzungen


Meine ersten Erfahrungen habe ich mit der Kamera in der Tabelle ganz links 2011 gemacht. Die kleine rote Canon kann heute nicht mehr zoomen, das stört aber nicht weiter, sie wird also im Sommer 2014 zum Vergleichstest mit antreten. Die grüne Rollei hat mich bisher enttäuscht, die Bildqualität ist selbst unter Idealbedingungen schlecht. Also tritt eine zweite "Unterwasserkamera" mit an, die Maginon von Aldi. Die Coolpix ist eine sehr anständige Kompaktkamera, sie paßt aber nur mit Mühe und Not in das Gehäuse, also kommt da wieder die rote Canon rein und die Coolpix muß mit einer Gefriertüte Vorlieb nehmen. Gleiches gilt für das Telefon. Das Winz-Objektiv kann ohnehin keine Qualität leisten. Die Spiegelreflex schließlich bekommt eine ordentliche Hülle von Ewa-Marine.

Geplant ist ein Einsatz bei einer Tour mit dem Kanu auf der Ostsee vor Helsinki. Das ist vergleichbar mit einer Fahrradtour im Dauerregen. Klar kann man seine Technik gut verpackt transportieren, aber ich möchte ja auch im Regen fotografieren. Die verschiedenen Modelle verlangen verschiedene Herangehensweise.

Die hier gemachten Vergleichsbilder entstanden bei Idealbedingungen: Sonnenschein und Sonne im Rücken, Mittags in Mitteleuropa. Ein solches Foto sollte jedes Gerät gut schaffen. Wie man hier sehen kann, ist dies jedoch nicht der Fall. Bereits unter Idealbedingungen schwächeln einige Kandidaten.

Canon IXUS 220HS Maginon Splash 8 Rollei Sportsline 62 Sony Xperia Z3 Nikon D300s
14-08-01-kameravergleich-7.jpg
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14-08-01-kameravergleich-8.jpg
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überstrahlte Lichter, Detailschärfe fehlt, starker Weitwinkel
überraschend gutes Bild, nicht ganz scharf
zu starke Kontraste, zu dunkel
unnatürliche Farben, unscharf, überschärft, matschig
Referenzbild
Die kleine rote Canon wurde mit einer Unterwasserhülle getestet, die speziell für derartige Knipskisten gedacht ist. Maginon gab es bei Aldi, sie war mit 40 Euro sehr günstig und ist wasserdicht. Rollei ist ein großer Name, sie stammt aber wohl vom gleichen Band wie die Maginon, wenn man sich Einzelheiten anschaut. Das Telefon ist nur aus Gründen der Vollständigkeit dabei Diese SLR ist schon spritzwassergeschützt, allerdings nicht wasserdicht.



Knipskiste


Maginon Splash 8

Diese kleine "Unterwasserkamera" von Aldi für unter 50 Euro hat sich erstaunlich gut geschlagen. Sie läßt sich sehr viel besser bedienen als die Kameras im Gehäuse. Hat man Wassertropfen auf der Linse, wird sie einfach kurz ins Wasser getaucht und es geht weiter. Das kleine Ding ist ziemlich robust und macht brauchbare Fotos, wenn man nicht zu viel Erwartungen hat.

Rollei Sportsline 62

Die Rollei hat aufgegeben, bevor es losging. Sie hat mit den erstklassigen Eneloop-Akkus, die voll geladen waren, den Dienst versagt.



Gehäuse


So ein Kameragehäuse ist eine Notlösung, die unter Beachtung einiger Regeln ganz gut funktioniert:

  • Es muß etwas Platz im Gehäuse bleiben, um die Knöpfchen noch bedienen zu können. Solche Universalgehäuse passen nur zufällig einer Kamera wirklich genau.
  • Im Weitwinkelbereich treten oft Vignettierungen auf, dann muß man mit einer Hand das Gehäuse nach hinten drücken und mit der anderen auslösen
  • Die Bilder bekommen einen ganz leichten Grauschleier und werden nicht richtig scharf.



Telefon


14-08-01-kameravergleich-8.jpg

Um es gleich vorweg zu nehmen: es war ein glatter Reinfall. Das Telefon habe ich in eine Gefriertüte gepackt und mit integriertem Reißverschluß sowie Klammern wasserdicht gemacht. Es war wirklich dicht, das war aber auch schon alles. Das Telefon läßt sich in der Tüte nicht mehr bedienen und wenn man mit Glück doch mal schafft, das Kameramenü zu erreichen und sogar auszulösen, dann sieht man nur Matsch. Ich verzichte auf die Beispielbilder, sie sind unbrauchbar.

Es gibt auch Unterwassergehäuse für Telefone, die mögen besser sein. Ich habe keine probiert und habe es auch nicht vor. Die Fotoqualität von Telefonen ist sowieso schon schlecht, das kann nur noch schlechter werden.

Die nur regendichte Hülle von Klickfix ist sehr gut, um das Telefon am Fahrradlenker festzumachen und auch durch die recht dicke und steife Hülle zu bedienen. Fotografieren kann man damit aber nicht, da sich das Objektiv auf der "falschen" Seite befindet. Damit im Regen herumfahren ist aber gut möglich, in der Hülle bleibt alles trocken. Mal schnell rausholen, um ein Bild zu machen, ist möglich. Und das winzige Objektiv ist nicht so gefährdet, Wassertropfen einzufangen.



Ewa-Marine


Ewa-Marine U-B100

Ich habe dieses Gehäuse bestellt, weil da was von "Objektiv mit 77 mm" stand. Dabei habe ich zwei Dinge in der Beschreibung beim Hersteller ignoriert:

  • "Alle eingesetzten Objektive müssen über internen Fokus verfügen."
  • Die Schaumstoffeinlage ist nicht überflüssig sondern Ersatz für den eventuellen Batteriegriff

Ich habe ein 2,8/24-70 mit Filtergewinde 77 benutzt, dachte also, daß das genau richtig ist. Beim Probieren merkte ich, daß man nur sehr mühsam zoomen kann. In Weiteinkeleinstellung fährt das Objektiv aus - und das geht mit diesem Gehäuse nur sehr bedingt. Der Hersteller weist darauf hin, daß man nicht fokussieren kann (so meine Vermutung), in Wirklichkeit werden Objektivbewegungen behindert. Innenfocus bedeutet ja, daß sich das Objektiv beim Scharfstellen nicht bewegt... Mein Fehler.

Also habe ich nach anfänglichen Schwierigkeiten Gaffa genommen und das Objektiv in Weitwinkeleinstellung fixiert. Das klappt einigermaßen aber nicht zuverlässig, mit der Zeit drückt sich das Objektiv immer wieder rein.

Da ich dachte, der Schaumstoff muß sein, habe ich den Batteriegriff abgenommen. Naja, nicht weiter schlimm. Was sich als sehr hilfreich erwiesen hat ist der eingearbeitete Auslösefinger. Das klappt wirklich gut.


Beim Fotografieren selbst habe ich dann einen Anfängerfehler gemacht. Es waren immer wieder Wassertropfen auf der Frontscheibe, ich habe sie abgewischt und manchmal auch die Kamera kurz ins Wasser getaucht. Jeder Taucher lernt in der ersten Stunde, daß man seine Maske bespuckt, um Beschlagen zu verhindern. Genau das wäre auch die Lösung für die Frontscheibe gewesen. Das Ganze ist ja schließlich ein Unterwassergehäuse und keins fürs Fotografieren im Regen ;)

Bei der Bildqualität habe ich natürlich etwas anderes erwartet als bei den Spielzeugen. Allerdings darf man nicht erwarten, daß man ohne Nachdenken einfach loslegen könne, das Fotografieren mit so einem Gehäuse hat so seine eigenen Regeln.

Spiegelreflexkameras sind groß und schwer. Zumindest, wenn man sie mit kompakten Knipsen vergleicht. Nicht wenige Fotografen benutzen einen Batteriegriff auch, um die Masse der Kamera zu erhöhen, sie liegt satter in der Hand und man verwackelt nicht so schnell, je schwerer die Kamera ist. Mit einem Unterwassergehäuse hat man einige andere Regeln. Man hat das Ganze nicht mehr gewohnt sicher im Griff, höheres gewicht ist nicht unbedingt von Vorteil. Die Bedienung ist komplizierter und man muß ständig aufpassen, die Kamera nicht zu verlieren.

Ewa-Marine U-BFZ100

Dieses Gehäuse ist deutlich größer und hat nicht nur den eingearbeiteten Auslösefinger sondern einen kompletten Handschuh. Mit der linken Hand kann man so das Objektiv bedienen. Die Kamera hat ungleich mehr Platz im Gehäuse und alles funktioniert hervorragend. Das Zoomen geht relativ einfach und das Objektiv entwickelt auch kein Eigenleben.



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