Kettenpflege: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Kette]]npflege ist eine der kontroversesten Aspekte im Fahrradumfeld. Die Lebensdauer der Kette ist geprägt vom Fahrstil, Gangwahl, Fahrten bei Schnee oder Regen, Bodentypen der befahrenen Gegenden, dem Typ der Schmierung, Schmiertechniken und der Größe der eingesetzten [[Kettenblatt|Kettenblätter]] und [[Ritzel]]. Da so viele Variablen mit einbezogen werden müssen, gibt es keine lebensechten kontrollierten Experimente. Daher basieren alle Ratschläge zur Kettenpflege auf anekdotischen "Beweisen" und "Erfahrungen". Experten widersprechen dieser Meinung zum Teil aufs heftigste. Das ganze Thema nimmt fast "religiöse" Formen in der Gemeinschaft der Fahrradfahrer an. Zwischen den unterschiedlichen schismatischen Kulten wurden und werden immer wieder schmähende Beschimpfungen ausgetauscht.
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{{#seo:
 
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|title=Kettenpflege am Fahrrad - Fett, Öl, Wachs oder was?
Dieser Artikel basiert auf den persönlichen und professionellen  Erfahrungen und Theorien von [[Sheldon Brown]]. Falls Du diesen nicht folgen willst oder kannst, wirst Du an dieser Stelle weder Idiot noch Bösewicht genannt, weil Du vielleicht sogar Recht hast. Bitte erweise dem Autor gleiches Entgegenkommen.
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|keywords=Fahrradkette, Kettenpflege, Kettenöl, Kettenfett, Pflege der Kette, Fahrradkette reinigen, Fahrradkettenpflege, Kärcher, Kettenspray
 
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|description=Womit pflegt man eine Fahrradkette? Öl, Fett, Wachs oder ganz anders?
{{Ergänzung|Randbemerkung von John Allen|Das ganze wird religiös, weil Mysterien der Existenz, des Lebens und Sterbens (von Ketten) adressiert werden. Hier scheint es keine klaren und offensichtlichen Antworten zu geben, solange Ketten Umwelteinflüssen (sprich: Dreck) ausgesetzt sind.
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Auf der anderen  Seite hat 1908 der [[Sunbeam]] [[Kettenkasten]] mit Ölbad das Problem im Prinzip gelöst. Hochwertige [[Raleigh]] Dreigangräder mit Kettenkastenwaren  bis in die 1950er Jahre verfügbar. Sie hatten eine eindrucksvolle Kettenlebensdauer. Jedeoch sehen wir seit dem 21. Jahrundert wieder mehr Kettenkästen. Das sind jedoch aus Kunststoff geformte Kästen statt der althergebrachten komplizierten Metallkonstruktionen.
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Kettenkästen wurden immer nur für Nutzfahrräder mit einem Kettenblatt und Ritzel vermarktet, weil sie Gewicht, Komplexität und Mehrkosten verursachen. Alle Kettenschaltungsketten und einige andere lassen die Ketten sichtbar und Dreck ausgesetzt verlaufen. Gelegentlich wird [[Riemenantrieb]] als Lösung ins Spiel gebracht. Dieser hat jedoch seine eigenen Probleme und Einschränkungen.
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Du kannst zwischen Pest und Cholera wählen, wie man so schön sagt. Dieser Einwurf soll mit einem Zitat eine Philosophen enden, dessen Schriften Zündfunke für die französische Revolution waren.
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Der Mensch ist frei geboren, und liegt überall in Ketten.<br><br>Jean-Jacques Rousseau
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{{Adsense-0}}
==Alte und neue Ketten==
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{{:Kettenpflege/Mythen}}
Seit Anfang der 1980er Jahre hat es viele kleine Revolutionen im Fahrraddesign gegeben. Einige waren sehr auffällig. So entstanden das [[Mountainbike]], [[Scheibenrad|Scheibenräder]] und neue [[Lenker]]. Einige waren weniger auffällig, waren aber nicht weniger wichtig. Es entstanden [[Klickpedal]]e, [[Fahrradcomputer]] und die [[indizierte Schaltung]].
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{{:Kettenpflege/Inhalt}}
 
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{{Adsense-4}}
Es hat auch eine fast unsichtbare und kaum beachtete Revolution beim Aufbau von Ketten gegeben. Die meisten Leute geben wenig acht auf Ketten, weil sie sich auf den ersten Blick nicht unterscheiden. Schaltwerke und Umwerfer sind wesentlich interessanter und ein Gespräch wert. Dabei ist es immer noch die Kette, die das Schalten übernimmt.
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<div style="float:left; width:49%; ">
[[Bild:Roller Chain.png|thumb|right|Aufbau einer Rollenkette]]
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{{:Kettenpflege/Kettenfett}}
Eine Ketten alten Typs hatte zehn Bauteile pro Kettenglied. Eine typische 57-Gliederkette an einem durchschnittlichen Mehrgangfahrrad hatte 570 Einzelteile. Das ist mehr als der gesamte Rest des Fahrrads an Teilen aufbieten kann. Die 570 Teile setzten sich wie folgt zusammen
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{{:Kettenpflege/Kettenwachs / Vaseline}}
* 114 Außenlaschen
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{{:Kettenpflege/Öl für Kettensägen}}
* 114 Innenlaschen
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{{:Kettenpflege/Kupferlappen}}
* 114 Rollen
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{{:Kettenpflege/Petroleum / Diesel}}
* 114 [[Niet]]en
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{{:Kettenpflege/Motorradkettenöl}}
* 114 [[Buchse]]n
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{{:Kettenpflege/Silikonspray}}
 
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{{:Kettenpflege/keine Pflege}}
Die große Revolution im Aufbau von Fahrradketten war die Einführung der buchsenlosen Kette ([[Lagerkragenkette]]). Die erste ihrer Art war 1978 die aus dem Hause [[Sedisport]] (inzwischen von [[SRAM]] übernommen). Diese hatte so einen guten Ruf, dass andere Hersteller den Aufbau kopierten.
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{{:Kettenpflege/Salzwasserangriff}}
 
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</div>
Lagerkragenketten haben nur noch acht Teile pro Kettenglied. Auf den ersten Blick kannst Du der Kette nicht ansehen, ob sie mit oder ohne Buchsen aufgebaut ist, weil die Buchsen sich im Inneren der Kette verbergen. Die Buchsen werden erst beim kompletten zerlegen der Kette sichtbar (s. Bild oben Bauteil mit der Nummer 4).
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<div style="float:right; width:49%; ">
 
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{{:Kettenpflege/Wundermttel}}
===Klassischer Aufbau einer Kette===
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{{:Kettenpflege/Kettenreinigungsgeräte}}
Bei einer konventionellen Kette werden die beiden inneren Laschen von Buchsen zusammengehalten, die wie hohle Nieten aussehen. Wenn man eine konventionelle Kette öffnet, kann man die Enden dieser Buchsen bündig mit den Außenseiten der Innenlaschen sehen. Wenn die Kette zusammengenietet wird, verbergen die Außenlaschen diese Buchsenenden. Die Buchsen sind zwischen den Innenlaschen nicht sichtbar, weil sie dort von Rollen umgeben sind.
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{{:Kettenpflege/Kärcher}}
 
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{{:Kettenpflege/Bremsenreiniger / Verdünnung}}
Die Nieten, die die Ketten zusammenhalten, verlaufen durch die Mitte der Buchsen und die Rollen rollen außen um die Buchsen herum. Dadurch sind sowohl Innen- als auch Außenseite der Buchsen Verschleiß unterlegen.
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{{:Kettenpflege/WD-40}}
 
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{{:Kettenpflege/Ballistol}}
===Buchsenlose Ketten===
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{{:Kettenpflege/Nähmaschinenöl}}
Die Innenlaschen der buchsenlosen Kette sind nicht flach sondern dreidimensional. Statt eines einfachen Lochs an jedem Ende, durch das die Buchse gepresst wurde, hat jedes Innenlaschenloch einen hervorgehobenen Rand, der wie eine halbe Buchse geformt ist.  Da durch diesen Rand eine klare Innen- und Außenseite definiert ist, können die Laschen noch Ausfräsungen tragen, ohne den Herstellungsprozess weiter zu verkomplizieren.  Diese Ausfräsungen erlauben es der Kette auch dann geschmeidig zu laufen, wenn die [[Kettenlinie]] nicht perfekt ist. Das erhöht auch die Schaltperformance. Bei einer konventionellen Kette ist das nicht möglich.
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{{:Kettenpflege/Graphit}}
 
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{{:Kettenpflege/exotische Methoden}}
Da die "Halbbuchsen" der buchsenlosen Kette aus zwei Hälften besteht, die nicht direkt miteinander verbunden sind, hat dieser Kettentyp eine größere seitliche Flexibilität als eine konventionelle Kette. Das liegt daran, dass die beiden Halbbuchsen ein wenig Spielraum zueinander haben.
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{{Adsense-2}}
 
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</div>
===Kettenlängung===
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{{Absatz}}
[[Bild:Kette Nietenverschleiss.gif|thumb|left|Hier erkennt man, wie das Material der Niete einer ungewöhnlich stark verschlissenen Kette abgetragen wurde. Man kann gut erkennen, wie die Rolle leicht aus der Position geschoben ist.]]
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{{Kalenderblock}}
[[Bild:Kette Buchsenverschleiss.gif|thumb|right|Hier sieht man, warum die Rolle seitliche verschoben ist. Die "Halbbuchse" ist abgeschliffen worden. Sicherlich ist auf das Innere der Rolle vergrößert.]]
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{{:Kettenpflege/Weiterführende Links}}
Fahrradfahrer sprechen oft von [[Kettenlängung]], so als ob die seitlichen Laschen der Kette durch die Kräfte des Pedalierens aus ihrer Form gezogen würden. So funktioniert das natürlich nicht. Der Hauptgrund für Kettenlängung ist der Materialverschleiß der Niete an der Stelle, wo sie sich in der Buchse (oder "Halbbuchse" der buchsenlosen Kette) durch das ständige Strecken und Entspannen der Kette und dem Wechsel von Ritzel zu Ritzel beim Schaltvorgang dreht. Wenn man eine alte und verschlissenen Kette auseinanderbaut, kann man leicht die Einkerbungen durch das Reiben der Buchsen an den Seiten der Niete erkennen. Bei buchsenlosen Ketten hat die Innenkante des Innenlaschelochs eine geschmeidige Kante statt einer harten Kante. Das trägt vermutlich zur längeren Lebensdauer von buchsenlosen Ketten bei.
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{{adsense-2}}
 
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{{:Fuszbox-Fahrradtechnik}}
==Kettenschmierung==
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===Schmiermittelfluss===
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Nach [[Sheldon Brown]]s Einschätzung ist ein Hauptgrund für die höhere Lebensdauer buchsenloser Ketten der verbesserte Schmiermittelfluss an die verwundbaren Stellen der Kette.
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Eine Kette benötigt an drei Stellen Schmierung. Erstens und am wichtigsten benötigen die Nieten dort Schierung, wo sie für die Bewegngsfreiheit der Kettenglieder sorgen, wenn sich die Ketten streckt und biegt. Zweitens benötigen die Innenseiten der Rollen Schmierung, damit sie sich frei um die Buchsen drehen können, wenn sie sich in die Zähne von Ritzel und Kettenblättern einhängen bzw. aushängen. Wenn sie sich nicht drehen können, rutschen sie über die Zähne und sorgen für erhöhten Ritzelverschleiß. Drittens profitieren die Bereiche von Schmierung, an denen sich Außen- und Innenlaschen überlappen. Diese Kontaktflächen sind jedoch nicht so belastet wie die ersten beiden.
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Beim Ölen einer konventionellen Kette erreicht das Öl die Innenseite der Buchsen zum Schmieren der Niete erst, nachdem es zwischen den Innen- und Außenlaschen hindurchgekrochen ist. Mit den üblichen Öltechniken wie Sprays versucht man das Öl von beiden Seiten gleichzeitig in die Buchsen zu treiben. Es können sich Luftblasen bilden im Zwischenraum von Nieten und Buchsen. Wenn nun von beiden Seten Öl eintrtt, kann diese Luft nicht entweichen. Zusätzlich befindet sich im Schlitz zwischen Innen- und Außelasche meistens jede Menge Dreck, weil sie andauernd dem Straßenschmutz ausgliefert sind. Daher wird das Öl, das in die Buchsen eindringt, wahrscheinlich verschmutzt sein.
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Das Luftblasenproblem tritt auch bei Schmiermittelfluss zwischen Buchse und Rolle auf. Jedoch ist der größere Durchmesser der Rolle zumeist unproblematisch was Lufteinschlüsse anbelangt. Auch ist das Verschmutzungsproblem weniger schlimm, da die Ritzelzähne zumeist die Rollen automatisch sauber halten.
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Bei buchsenlosen Ketten ist der Schmiermittelfluss komplett anders. Wenn man das Öl auf die Rollen aufträgt, kann es leicht an beiden Seite den Rolle vorbei fließen, weil Luft (und Öl) leicht in den Spalte zwischen den Halbbuchsen eindringen kann. Wenn man eine buchesnlose Kette zum Beispiel mittels einer Ölkanne mit schmaler Ausflussöffnung nur auf den Rollen ölt, kann das Öl leicht auf beiden Seiten der Rolle entlang fließen, in den Spalt zwischen den Halbbuchsen eindringen und auf dem Niet nach außen zu den Laschen kriechen. So werden die Laschen von Innen nach Außen geölt und diese natürliche Spülung von Innen heraus, treibt Schmutz und Sand nach Außen. Die Rollen werden durch Kontakt mit den Zähnen von Kettenblatt und Ritzel gereinigt.
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[[Bild:Kettenglied einer buchsenlosen Kette.gif|thumb|center|Sichtbarer Spalt zwischen den Halbbuchsen der Innenlaschen]]
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===Die Kette ölen===
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Eine der schwerwiegensten Kontroversen der Kettenpflege ist die Frage, ob man seine Kette ölen soll oder nicht. Der Nachteil beim Ölen ist es, dass man feinkörnige Verschmutzungen in das Innere der Kette transportiert. Diese Partikel in Verbindung mit Öl wirken wie ein Schleifmittel, das den Verschließ fördert. Viele von [[Sheldon Brown]] hochgeschätzte Experten teilen diese Meinung. Sheldon Brown jedoch gleubte nicht daran, dass das in jedem Fall richtig sei. Es ist vermutlich wahr, dass dieser Schliefmittel-Effekt auftritt. Jedoch sind die Auswirkungen und das Risiko abhängig von den Schmutzpartikeln bzw. der Erde, die in der jeweiligen Gegend vorherrschen, inbesondere von der Öltechnik, die angewandt wird und ob eine Kette gereinigt wird bevor sie vollkommen verdreckt ist.
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Viele Fahrradfahrer ölen ihre Kette mittels Sprays, wobei sie das Spray auf den Schaltwerkskäfig richten, was das Risiko reduziert, dass überflüssiges Öl auf Felgen oder Reifen trifft. Nach Sheldon Browns Meinung solten solche Schmioermittel nicht zum ölen der kette benutzt werden, weil man so zuviel Öl an Stellen aufträgt, wo keines benötigt wird, und zu wenig Öl an Stelen, wo es dringend benötigt wird.
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Der meiste Schmutz, der die Kette verunreinigt, sind Partikel, die vom Vorderreifen aufgewirbelt werden und auf der Außenseite der Kette landet. Daher sollte die Kette immer auf der Innenseite geölt werden - die Seite, die auf die Zähne von Kettenblatt und Ritzel aufliegt. Der verringert die Tendenz, dass das Öl Dreck in die inneren Gelenkoberflächen der Kette befördert. Das funktioniert am besten auf dem unteren [[Antriebstrumm]] mit einer Ölkanne, die tröpfchenweise das Öl aufträgt. Jedoch wird eine Kette nur dann wirklich sauber, wenn man sie wäscht. Zum Teil siend die Partikel, die an der Kette haften, Verschleißpartikel der Kette und des Kettenblatts/Ritzels. Das Aluminiumoxid der Kettenblätter färbt den Kettendreck schwarz. Es ist sehr hart und aggressiv schleifend. Schleifsteine werden aus diesem Grund aus diesem Material hergestellt.
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Beim Ölen sollte man die Pedale langsam rückwärts bewegen und gleichzeitig einen Ölstrich über die Rollen auftragen. Man benötigt so rund 15 bis 20 Sekunden, um die Kette komplett zu ölen. Bei althergebrachten Buchsenketten sollte man das Öl nur auf einer Seite der Rollen auftragen (z.B. links), so dass das saubere Öl von einer zur anderen Seite durch die Buchsen fließt. [[Sheldon Brown]] hat einige Öle durchgetestet und fand das [[Phil Wood]] Tenacious Öl am besten.
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{{Ergänzung|Widerspruch zu Sheldon Browns Meinung|John Allen hat das Phil Wood Öl getestet und muss hier wiedersprechen. Es ist vor allem ein Problem, dieses Öl zu benutzen wenn die Kette noch montiert ist. Es funktioniert hervorragend für Gelenke von Bremsen und Ähnliche. Auf der kette ist es jedoch zu klebrig (Tenacoius bedeutet auf Deutsch "zäh" bzw. "klebrig"). Wenn man es aufträgt und dabei die Kurbel bewegt, bildet es feine Fäden, die aufbrechen und das Fahrrad einsauen können. Mit der zeit sammelt das Phil Öl Schmutz ein, der eine Kruste bildet, die nur sehr schwer von der Kette und den Ritzeln zu waschen ist. John Allen hat PKW-Automatikgetriebeöl versucht. Er ist der Meinung, dass dies lange genug die Kette schmiert und die Reinigung der Kette deutlich leichter macht. Jedoch fehlen noch Langzeiterfahrungen damit.<br><br>
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[[Benutzer:bikegeissel|Bikegeissel]] nutzt ausschließlich das [[Oil of Rohloff]], das er nicht so klebrig empfindet und das gute Kriecheigenschaften entwickelt und schnell in das Innere der Kette vordringt.<br><br>
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An dieser Stelle kann man leicht feststellen wie unterschiedlich hier die subjektive Wahrnehmung ist und wie schnell man in Kontroversen und hitzköpfige Diskussionen verfallen kann.}}
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===Kettenschmiermittel aus dem Motorradumfeld===
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Das Hauptproblem beim Schmieren konventioneller Ketten ist die tatsaxche, dass dickflüssige Schmiermittel nicht bis in die (fast) unnerreichbaren Tiefen der Kette vordringen können, wo sie wirklich gebraucht werden. Zu dünnflüssige Schmiermittel schmieren wiederum nicht lange genug. Aus dem Motorradumfeld kommt eine Familie von beliebten Schmiermitteln, die dickflüssige Öle mit Verdünnern mischen. Diese Mischung ist dünn genug, um mittels Kapillarkräften bis in die Tiefen der Kette vorzudringen. Dann verdunstet der Verdünner und das dickflüssige Öl bleibt zurück. Diese Schmierung ist leicht aufzutragen und daher sehr beliebt geworden.
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===Kette wachsen===
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Ein alternativer Ansatz zum Ölen der Kette kann das Tränken der Kette in heißem Wachs sein. Das ist eine Variation zum Öl/Verdünner Prinzip. Das heiße Wachs ist dünn genug bis in die Innereien der Kette vorzudringen. Wenn es abkühlt, hat man eine schöne dickflüssige Schmierung innerhalb der Kette, wo sie ihr gutes Werk vollbringen kann. Einer der größten Vorteile dieser Methode ist der Fakt, dass das ausgekühlte Wachs nicht klebirg ist und keinen Schmutz an der Außenseite der Kette anzieht. Ein Nachteil der Wachsmethode ist, dass es ziemlich aufwändig ist, das Wachs aufzutragen und die Schmiereigenschaften nicht so ausgeprägt sind wie die von Öl oder Fett. Wachs ist entflammbar und sollte mit großer Vorsicht in einem doppelwandigen Gefäß oder Ofen erhitzt werden.
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===Fabrikschmierung===
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Neue Ketten sind mit einem fettartigen Schmiermittel vorbehandelt, das in der Fabrik aufgetragen wird. Dies ist ein exzellentes Schmiermittel, das alle Ritzen und Spalten der Kette durchdringt. Diese Fabrikschmierung ist allen anderen Schmierungen, die man später aufträgt, weit überlegen. Manche Leute begehen den Fehler, diese überlegen Schmierung zu entfrenen. Das sollte man nicht machen!
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Die Fabrikschmierung ist zumeist für einige hundert Kilometer gut, wenn das Fahrrad nicht in nassen und sehr staubigen Bedingungen gefahren wird. Am besten bringt man erst eigene Schmierung auf die Kette auf, wenn es absolut notwendig ist, weil jegliche flüssige Schmierung die Fabrikschmierung verwässert.
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{{Ergänzung|Ergänzung von John Allen|Diese Schmierung muss ähnlich wie Wachs erhitzt werden, bevor man sie aufträgt. Man kann sie auch zuhause oder im [[Fahrradladen]] auftragen (lassen).}}
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===Schmiermittel, die man nicht einsetzen sollte===
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Es ist schwierig genau zu bestimmen, welches Schmiermittel genau das richtige für eine Kette ist. Es gibt jedoch einige, die absolut niemals benutzt werden sollten.
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*Motoröl enthält Zusätze, die Verbrennungsnebenprodukte entfernen sollen und es muss ständig durch die Ölpumpe des PKWs mit Druck ausgetauscht werden. [[sheldon Brown]] hat eine Ausfahrt mit jemandem unternommen, der seine Kette am Tag zuvor mit Motoröl behandelt hatte. Sie queitschte bereits nach so kurzer Zeit.
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*Haushaltsöle sind Pflanzenöle, die säurehaltig sind. Sie tendieren zum Verkleben. Das ist vor allem innerhalb von Nabenschaltungen sehr schlecht.
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*[[WD-40]] ist ein sehr dünnflüssiges Spray, das mehr Verdünner als Schmiermittel enthält. Es verdunstet außerdem sehr schnell.
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==Kettenreinigung==
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Es gibt mehrere Ansätze, wie man seine Kette reinigen kann. Keine ist allerdings vollkommen zufriedenstallend. Drei Ansätze scheinen allerdings recht erfolgversprechend zu sein.
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===Kette demontieren und baden===
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Der klassische Weg, eine Kette zu reinigen, ist es, sie zu demontieren und in Lösungsmittel zu baden und zu schrubben. Dies ist allerdings bei neueren Ketten problematisch. Verbesserte Ritzel und Kettenblätter - wie zum Beispiel [[Shimano]]s [[Hyperglide]] System ermöglichen es, unter Volllast zu schalten, was die Kette extrem belastet. Bei älteren Systemen war der Fahrer gezwungen, beim Schalten Kraft vom Antriebssystem zu nehmen.
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Um diesen hohen Belastungen stand zu halten, sind die Nieten moderner Ketten genauer in die Laschen der Ketten eingepasst. Die neue Niete sind schwerer aus- und einzubauen, ohne de Niete oder Laschen zu beschädigen. Die dünneren Laschen von 9-fach (und höheren Gangzahlen) Ketten verschlimmern dieses Problem nur noch.
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[[Bild:Powerlink.gif|right|SRAM Powerlink]]Falls Du Deine Kette gewohnheitsmäßig vom Fahrrad abmontierst, um sie zu reinigen, solltest Du einen [[Master Link]] (s. Bild rechts) erwerben und in Deine Kette einsetzen. Bei [[SRAM]]-Ketten werden sie unter dem Namen Powerlink mitgeliefert. Das erlaubt das Abbauen und wieder Einbauen der Kette, ohne einen Niet auspressen zu müssen. Wenn Du Dir die Niete des Powerlinks genauer ansiehst, kannst Du auch [[Kettenverschleiß]] mit den Augen wahrnehmen. Das funktioniert natürlich nur, wen Du den neuen Powerlink in eine neue Kette einsetzt, weil dann alle Kettenglieder die gleiche Länge haben.
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Der Powerlink für 7- oder 8-fach Ketten passt perfekt zu SRAM und Shimano (evtl. auch bei anderen Marken). Der 9-fach Powerlink funktioniert zuverlässig bei SRAM Ketten, bei Shimanoketten kann der Powerlink aber zu Springen der Kette führen.
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Das 10-fach [[Powerlock]] (man beachte den anderen Namen) ist ein Wegwerfartikel. Durch die Möglichkeit, es nur einmal zu verwenden, hat man unnötige mehrfache Ausgaben. Zudem ist der Ersatz Powerlock kürzer als die restlichen Kettenglieder, was zu einem merkbaren "Klick" führt, wenn das Powerlock auf Ritzel bzw. Kettenblatt aufgenommen wird. Daher ist man mit 9-fach (oder weniger) in Bezug auf Masterlinks perfekt bedient.
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Man kann den Powerlink leicht entfernen, wenn man die beiden Niete des Powerliks mit einer Spitzzange zusammendrückt und so die Außenlaschen gegeneinander verschiebt. Wenn man keine Spitzzange zur Hand hat, kann man mit der Kette eine "Z" Formen, wobei der Powerlink die Diagonal des Z bildet und mit einer gröberen Zange zusammendrücken. Das geht leichter, wenn die Kette nicht unter Spannung steht. Es gibt ein spezielle [[Park Tool]] Werkzeug zu diesem Zweck, das diese Arbeit stark erleichtert.
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9-fach (und höhere) Ketten von Shimano können nur mit Hilfe eines speziellen Verbindungsniets neu zusammengesetzt werden
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[[Sheldon Brown]] hat die Kette in eine Reinigungswanne für Kleinteile gelegt und eine Zahnbürste zum schrubben der Kette benutzt. Ein Kollege hat ihm ein einen leichteren Weg aufgezeigt. Die Kette wird in eine leere PET Flasche eingefädelt und mit unverdünntem Zitrusfettlöser übergossen. Dann verschließt man die Flasche und schüttelt das ganze gründlich. Danach kann man die Kette mit einer Speiche herausfischen und mit klarem Wasser abspülen. Fertig!
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Diese Vorgehensweise hat allerindgs den Nachteil, dass es sehr schwierig sein kann, die Kette aus der Flasche heraus zu bekommen. Daher sollte man sich Flaschen mit einer Öffnung von mindestens 5cm suchen. Falls das nicht mögich ist und der Trick mit dem Herausfischen mittels einer Speiche nicht funktioniert, kann man die Flasche auch mit einem Messer aufschneiden (PET ist leicht schneidbar).
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===Kettenreinigunsgerät===
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[[Bild:Kettenreinigungsgerät.jpg|left|thumb|Kettenreinigungsgerät von Park Tool]][[Bild:Kettenbürste.jpg|right|thumb|Kettenbürste von Park Tool]]Der zweite gute Ansatz, eine Kette zu reinigen, ist die Benutzung eines Kettenreinigungsgeräts (s. Bild links). Diese Kisten aus Kunststoff werden über den unteren Antriebstrumm geklemmt. Im Inneren sind Bprsten, die die Kette biegen und durch ein Lösungsmittelbad führen.
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Die Reinigungsmethode abseits vom Fahrrad hat den Vorteil, das man hier mehr Lösungsmittel einsetzen kann als in einem Kettenreinigungsgerät. Daher kann hier mehr Dreck von der Flüssigkeit weggespült werden.
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Der Vorteil des Kettenreinigungsgeräts ist, dass hier alle Kettenglieder bewegt werden und die Rollen gedreht werden. Daher wird vermutlich mehr Dreck aus dem Inneren der Kette befördert.
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Der Nachteil des Kettenreinigungsgeräts ist, dass das Lösungesmittel auch über Ritzel und Kettenblätter verteilt wird. Zudem müssen diese vermutlich auch gereinigt werdem, was einfacher ist, wenn die Kette demontiert wurde. Park Tool hat eine Kettenbürste (s. Bild rechts) im Angebot, mit der sich die Ritzel und die Zwischenräume reinigen lassen.
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{{Ergänzung|Widerspruch von [[Benutzer:bikegeissel|bikegeissel]]|Meine persönliche Erfahrung sagt mir allerdings, dass man mit Kettenreinigungseräten hervorragend die Kette von jeglicher Schmierung (vor allem im Inneren der Kette) befreien kann. Wieso Sheldon diese Methode als sinnvoll ansieht und ohne Warnung vor diesem Problem hinterlassen hat, ist mir unklar. Im Nachgang einer Reinigung mittels Kettenreinigungsgerät muss man [[#Kette kochen|irgenwie wieder ordentlich Schmierung ins Innere der Kette bekommen]].}}<br><br>
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{{Ergänzung|Ergänzung von John Allen|
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===Kette auskochen===
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Dieser Ansatz funktioniert nur bei moderen buchsenlosen Ketten, bei den Flüssigkeiten leicht hindurchfließen können. Demontiere die Kette und bade sie in Lösungsmittel (wie oben beschriebn in einer Flasche). Danach lege die Kette in einer sauberen Spiral auf den Boden einer rostfreien Edelstahl- oder Aluminiumpfanne aus. Bitte keine gußeiserne Pfanne benutzen, diese würde sie zerstören. Eine 15cm Pfanne reicht völlig aus, um eine einzelne Kette aufzunehmen. Übergieße sie nun mit stark konzentrierten Spülmaschinenmittel und Wasserlösung. Jetzt koche die Kette in dieser Lösung. Das kochen wird jegliches Schmiermittel verflüssigen und aus der Kette treiben. Als echter Fanatiker machst Du das am besten von beiden Seiten. Jetzt gieße die Flüssigeit ab und spüle die Kette mit klarem Wasser. Jetzt lege die Kette in die trockene Pfanne und erhitze sie so lange, bis das restliche Wasser herausgekocht ist, um Rostbildung zu vermeiden. Danach muss die Kette neu geschmiert werden. Das ganze ist ein sehr geruchsintensiver Prozess. Daher wird empfohlen, das ganz unter freime Himmel statt in der heimischen Küche durchzuführen.
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Falls Du nu das spezielle Fett zur Verfügung hast, das auch von den Herstellern verwendet wird, kannst Du nun Kette und Fett in der Pfanne erhitzen, so dass die Schmierung in die Kettenglieder eindringen kann. Das funktioniert ähnlich wie beim [[#Kette wachsen|Kette wachsen]].}}
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==Ketten- und Ritzelverschleiß==
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Auf den folgenden Bildern wird die Kette im Uhrzeigersinn um das Ritzel geführt. Das heißt, dass die Kette auf der rechten Seite abwärts gezogen wird.
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===Neue Kette auf neuem Ritzel===
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[[Bild:Kette_NKNR.gif|center|Neue Kette auf neuem Ritzel]]
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Wenn eine neue Kette ein neues Ritzel umschlingt, drückt jede Rolle, die auf dem Ritzel aufliegt, mehr oder weniger mit der gleichen Kraft gegen den korrespondierenden Zahn des Ritzels. So verteilt sich die Last und der Druck gleichmäßig über etwa die Hälfte der Ritzelzähne (im Beispielbild oben etwa zehn bis elf Rollen). Die Mitte jeder Rolle ist bis zur Mitte der nächstgelegenen Rolle ziemlich exakt 12,7 mm (1/2 Zoll) entfernt. Dieses Maß nennt man Zahn[[abstand]] der Kette. Die Ritzelzähne sind so geformt, dass die Mitte der Biegung, die jedes Tal ausmacht, exakt 12,7 mm (1/2 Zoll) von der nächsten Talmitte entfernt liegt. Der Durchmesser des Ritzels wird berechnet aus dem Zannabstand und der Zahl der Ritzelzähne.
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===Verschlissene Kette auf verschlissenem Ritzel===
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[[Bild:Kette_VKVR.gif|center|Verschlissene Kette auf verschlissenem Ritzel]]
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Diese Kette und das Ritzel sind gemainsam verschlissen. Man kann das Licht an einigen Stelen unter der Kette hindurchscheinen sehen. Die verschlissene Kette hat sich "gelängt", so dass sie nicht mehr in den originalen Abstand zwischen den Ritzelzähnen passt. Das Ritzel ist so weit verschlissen, dass die Abstände zwischen den Zähnen der gelängten Kette angepasst sind. Auf dem Bild oben hängt die Kette lose über dem Ritzel. Beim Pedalieren unter Last ist der obere Antriebstrumm unter Spannung und der untere nicht. In dieser Situation bei gemainsam verschlossenen Komponenten kann es passieren, dass die Kette oben auf den Zähnen aufliegt und herumgeführt wird.
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[[Bild:Verschlissene Ritzelzähne.gif|center|Verschlissenen Ritzelzähne]]
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Dieses Bild zeigt zwei Ritzel. Man erkennt ein stark verschlissenes Ritzel im Vordergrund (silbrig) und ein neues direkt dahinter (schwarz) von der rechten Seite aus gesehen. Bei einem neuen Ritzel ist die Zahnflanke, auf die die Rolle drückt, senkrecht zur Zugkraft der Kette ausgerichtet. Die verschlissenen Zähne sind zu Rampen geworden, auf denen die Kette unter Last hinauf rutscht. Die Rollen rutschen so weit hinauf, bis sie den Radius erreicht haben, der dem vergrößerten Abstand von Niete zu Niete entspricht. Der effektive Durchmesser des Ritzels (und damit der effektive Zahnabstand) ist größer geworden, da die Kette nicht länger in den Talsenken aufliegt.
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===Neue Kette auf verschlissenem Ritzel===
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[[Bild:Kette_NKVR.gif|center|Neue Kette auf verschlissenem Ritzel]]
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Der Hauptteil des Antriebs wird in dieser Kombination auf der linken Seite, wo die Kette sich mit dem Ritzel zuerst verbindet, ausgeführt. Da die Abstände bei Kettenblatt und Kette nicht zusammenpassen, erreichen die Rollen auf der rechten Seite, wo die Kette das Ritzel wieder verlässt, fast nichts, um das Ritzel weiterzutreiben. Stattdessen werden die Rollen durch den vergrößerten Abstand der Ritzelzähne einfach angehoben. Die Last durch das Pedalieren konzentriert sich somit fast ausschließlich auf der linken Seite. Zudem rollt die Rolle den Zahn hinauf, während sie diesem im Laufe einer Umdrehung folgt. Das erzeugt zusätzlichen Verschleiß an Rollen und Buchsen (bzw. Halbbuchsen). Bei einer passenden Kette bwegen sich die Rollen jeweils nur ein kleines Stück, wenn sie sich mit dem Ritzel verbinden und dann wieder beim Lösen vom Ritzel.
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{{Ergänzung|Ergänzung von John Allen|Dies ist wieder ein Bild einer hängenden Kette ohne Last. Die Kettenglieder werden nicht immer höher und höher hinaufrutschen und die ganze Zeit mit dem Zahn in Verbindung bleiben können. Es erscheint so, als ob die Kettenglieder zuerst immer tiefer in das Ritzel hineingedrückt werden, um dann bei Überschreiten des Wendepunkts plötzlich nach oben zu wandern und kurz vor dem Verlassen des Ritzels unter Umständen oben auf dem Zahn aufliegen (Das erkennt man nicht auf dem Bild). Hier kann die Kette dann nach vorne wegrutschen, bevor das Ritzel verlassen wird. Ketten, die durch die Hinterradachsenposition gespannt werden und nicht durch [[Schaltwerk]] oder [[Kettenspanner]], werden gezwungen, in Kontakt mit dem verschlissenen Ritzel zu bleiben. Die Kettenglieder stehen in diesem Fall unter hoher Last und unterliegen hohem Verschleiß. Moderne Ritzel, die [[Schalthilfe]]n zur Schaltoptimierung integriert haben, haben kürzere Zähne. Zähne größerer Ritzel können hakenartige Formen annehmen. Man kann ein verschlissenen Ritzel herumdrehen oder die Haken abschleifen, um die Lebensdauer des Ritzels zu erhöhen. Das ist jedoch bei Ritzeln mit besonderer Form oder Rampen nicht möglich. Bei [[Fixed Gear]] Fahrrädern oder [[Rücktrittbremse]]n wird das Vorgehen auch nicht empfohlen, da hier die Kette in beide Richtungen belastet wird.}}
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===Verschlissene Kette auf neuem Ritzel===
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[[Bild:Kette_VKNR.gif|center|Verschlissene Kette auf neuem Ritzel]]
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Wegen der nicht passenden Abstände bei Ritzelzähnen und Kette ist die Last fast auschließlich auf der rechten Seite konzentriert. Auf der linken Seite besteht kein richtiger Kontakt zwischen Kette und Ritzel. Das neue Ritzel wird schnell verschleißen, um sich dem Zahnabstand der Kette anzupassen.
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{{Ergänzung|Ergänzung von John Allen|In diesem Fall hatte Sheldon wohl recht. Jedoch kann die Kette auch die ganze Zeit oben auf den Zähnen "reiten".<br><br>Bei einem [[Ritzelpaket]] werden manche Ritzel häufiger genutzt als andere. Hier läuft die Kette manchmal auf einem fast neuen Ritzel innerhalb des ziemlich alten Ritzelpakets. Daher ist diese Kombination gar nicht so unwahrscheinlich.}}
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===Kettenverschleiß bestimmen===
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Die Standardvorgehensweise, um den Kettenverschleiß zubestimmen benötigt entweder ein Lineal oder ein Stahlmaßband mit Zolleinteilung. Dazu muss man die Kette nicht vom Fahrrad demontieren. Man platziert die Nullmarkierung des Messinstruments seitlich an einem Niet und zählt genau 12 ganze Kettenglieder (12 * 1 Zoll = 1 Fuß) ab. Bei einer neuen unverschlissenen Kette wird der korrespondierende Niet genau auf der 12 Zoll-Markierung liegen. Bei einer verschlissenen Kette wird er jenseits dieser Markierung liegen.
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Um genau messen zu können, benötigt die Kette Spannung. Das geht am besten am Fahrrad montiert oder in der Luft hängend. Auf jeden Fall sollte man ein Metalmessgerät benutzen, weil Holz, Kunststoff oder Gewebe sich in ihrer Länge zu stark verändern können.
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Hierdurch erhält man ein direktres Maß des Ketten- und ein indirektes Maß des Ritzelverschleißes.
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====Zollbasiertes Messen====
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*Wenn der Niet weniger als 1/16 Zoll jenseits der 12 Zol Markierung liegt, ist alles in Ordnung.
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*Wenn der Niet etwa 1/16 Zoll jenseits der 12 Zoll Markierung liegt, solltest Du die Kette wechseln. Die Ritzel sind vermutlich ohne Beschädigung.
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* Ist die Markierung 1/8 Zoll entfernt, ist die Kette zu lange gefahren worden, und die Ritzel (oder zumindest das am häufigsten genutzte), sind ordentlich verschlissen. Wenn man an diesem Punkt nur die Kette wechselt (ohne Ritzeltausch), kann es sein, dass die Kette noch gut läuft ohne zu springen. Die verschlissenen Ritzel werden jedoch den Kettenverschleiß deutlich beschleunigen, bis die Kette auf den Ritzelverschleiß angepasst ist.
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* Jenseits der 1/8 Zoll Markierung wird eine neue Kette auf jeden Fall auf den Ritzeln springen - insbesondere auf den kleineren Ritzeln.
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====Metrisches Messen====
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Falls Du nur [[metrisch]]e Messinstrumente an der Hand hast, zählst Du zehn (25,4 cm) bzw.  15 (38,1 cm) Kettenglieder ab.
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*Wenn der Niet weniger als 25,5 cm (oder zwischen 38,2 und 38,3 cm) jenseits liegt, ist alles in Ordnung.
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*Wenn der Niet etwas mehr als 25,5 cm liegt (oder sich 38,3 cm annähert), solltest Du die Kette wechseln. Die Ritzel sind vermutlich ohne Beschädigung.
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* Ist die Markierung 25,7 cm (oder 38,5 cm) entfernt, ist die Kette zu lange gefahren worden, und die Ritzel (oder zumindest das am häufigsten genutzte), sind ordentlich verschlissen. Wenn man an diesem Punkt nur die Kette wechselt (ohne Ritzeltausch), kann es sein, dass die Kette noch gut läuft ohne zu springen. Die verschlissenen Ritzel werden jedoch den Kettenverschleiß deutlich beschleunigen, bis die Kette auf den Ritzelverschleiß angepasst ist.
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* Jenseits der 25,7 cm (oder 38,5 cm) Markierung wird eine neue Kette auf jeden Fall auf den Ritzeln springen - insbesondere auf den kleineren Ritzeln.
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====[[Kettenverschleißlehre]]n====
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Es existieren spezielle Werkzeuge, um den Kettenverschleiß zu messen. Dies sind etwas weniger aufwändig, jedoch in keinem Fall notwendig. Zudem sind sie mit Ausnahme der beiden Werkzeuge von [[Shimano]] (TL-CN40 und TL-CN41) ungenau, weil der Bewegungsspielraum der Rollen den Verschleiß der Nieten in der Messung verfälscht.
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==Kettenlänge==
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Dieser Aspekt wird ausführlich im Artikel über [[Einstellen der Schaltung]] erläutert.
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==Siehe auch==
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* [[Verlängern der Lebensdauer von Kette und Ritzel]] für Fahrer von [[Singlespeed]]- oder [[Nabenschaltung]]sfahrrädern.
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* [http://www.fahrradmonteur.de/Kettenpflege sehr schöner Artikel auf Fahrradmonteur.de von Ralf Roletschek]
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==Quelle==
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel [http://sheldonbrown.com/chains.html Chain Maintenance] von der Website [http://sheldonbrown.com Sheldon Browns]. Originalautor des Artikels ist [[Sheldon Brown]].
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[[Kategorie:Antriebstechnik]]
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[[Kategorie:Workshop]]
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[[Kategorie:Sheldon Brown]]
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Aktuelle Version vom 26. Juni 2019, 15:12 Uhr

Kettenpflege am Fahrrad - Mythen, Legenden, Unsinn

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Um es kurz zu machen: die eine und einzige richtige Methode gibt es nicht. Dafür gibt es allerdings viele unsinnige Vorschläge, wie man eine Fahrradkette sauber macht und pflegt.

Es kursieren die abenteuerlichsten Anleitungen und Methoden, von denen allerdings nur wenige wirklich tauglich sind.

Die Fahrradkette ist ein hochbelastetes Bauteil, welches permanent geschmiert werden muß, um vernünftig zu funktionieren. Wasser und Sand sammeln sich an der fettigen Kette gern an, waschen die Kette aus, dringen in kleinste Ritzen ein und führen früher oder später zu unangenehmen Geräuschen, einer rostigen oder klemmenden Kette.

Grundsätzlich muß man zwischen Schaltungsketten und Ketten für Nabenschaltungen bzw. starre Übersetzung unterscheiden. Letztere verlangen ungleich weniger Wartung. Ketten, die nicht schalten müssen, begnügen sich auch über Jahre mit einigen Tropfen Nähmaschinenöl oder irgendwelchen anderen schmierenden Stoffen, hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt (mehr dann weiter unten). Selbst Salat- oder Babyöl kann man hier notfalls verwenden, das ist in frischem Zustand immer noch besser als keine Schmierung (gefährlich für die Kette wird es, wenn solche fettsäurebasierten Öle ranzig werden).

Bei Kettenproblemen - gleich welcher Art - hilft es im Zweifelsfall, eine Rohloff SLT-99 aufzuziehen. Das kann alle Probleme beseitigen, wenn auch die Kette nicht ganz billig ist. Die vergoldete Version ist allerdings eher was für die Vitrine. Die Ketten gibt es nur leider nicht mehr im Handel, nur noch Restexemplare. Wenn ihr die irgendwo findet, greift zu!

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Falls Du diesen persönlichen und professionellen Erfahrungen und Theorien nicht folgen willst oder kannst, wirst Du an dieser Stelle weder Idiot noch Bösewicht genannt, weil Du vielleicht sogar Recht hast. Bitte erweise dem Autor gleiches Entgegenkommen.
Sheldon Brown zum Thema Kettenpflege


ein Versuch der kurzen Zusammenfassung:
  • Irgendwelches Öl oder Fett ist besser als Nichts.
  • Kärcher tötet jede Kette.
  • Zahnbürste und Putzlappen sind noch immer aktuell zur Reinigung.
  • Eine saubere Kette, die gut funktioniert, gibt es nicht.
  • Es gibt kein Mittel, das gleichzeitig gut reinigt und gut schmiert.



Inhalt




Kettenfett

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Die Fachbezeichnung "Kettenfett" steht für dickflüssiges, hochviskoses Öl, welches als Spray (Atlantic-Kettenspray) oder in Flaschen (Oil of Rohloff) gehandelt wird. Es ist kein Fett im umgangssprachlichen Sinn. Dieses Kettenfett bzw. Öl gibt es auch von verschiedenen anderen Herstellern, auch in Tubenform.

Die Reinigung der Kette erfolgt am sinnvollsten ohne Chemikalien, allenfalls mit einem leicht ölgetränkten Putzlappen. Zahnkränze und Kettenblätter müssen ebenfalls gereinigt werden, neben Putzlappen haben sich hier ausgediente Zahnbürsten bewährt.

Die mechanische Entfernung von Schmutz und Fett ist zeitaufwendig, man verfällt leicht dazu, mit chemischen Hilfsmitteln (siehe dort) nachzuhelfen - aber es ist langfristig die einzig gangbare Methode. Nur mechanisch bekommt man eine Kette einigermaßen sauber, ohne auch die innere Schmierung herauszuwaschen

Soll die Kette lange halten, muss man sich ab und an etwas Zeit nehmen und sie säubern. Alles andere sind entweder Notlösungen oder sie ruinieren die Kette nachhaltig - mehr, als wenn man nichts unternimmt.

Hierbei gilt nicht "viel hilft viel", zuviel Schmierstoff zieht Dreck an, mit Kettenfett sollte immer sparsam aber regelmäßig umgegangen werden. Lieber sehr häufig und sehr wenig Schmierstoff nehmen als einmal alles volldrecken. Das Kettenfließfett kann man übrigens auch (bedingt) zur Sattelpflege verwenden.



Kettenwachs / Vaseline


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Sowohl spezielle (teure) Kettenwachse, Vaseline als auch normales Kerzenwachs sind gut als Kettenschmierung geeignet. Allerdings sorgen sie für einen sehr dicken "Dreckfilm", an dem man sich sehr schnell die Kleidung verschmutzt.

Aufgrund der hohen Viskosität von Vaseline und Wachsen ist es empfehlenswert nach dem Auftragen die Kette mit langsamer, gleichförmiger Drehung der Tretkurbel unter einem Heißluftstrahl (z.B. Föhn) durchlaufen zu lassen. Hierdurch wird die Vaseline / das Wachs kurzzeitig dünnflüssig und verteilt sich somit gleichmäßig auf der Kette. Es entsteht ein gleichmäßiger, haltbarer und (mit Vaseline) auch günstiger Schmierfilm.

Wachs ist mechanisch nur schwer entfernbar, befriedigend gelingt das nur auf chemischem Weg. Wenn man also einmal Wachs auf der Kette hat, wird man das nie wieder los. Die Kette ist gut geschmiert, wird aber immer dreckig aussehen!



Öl für Kettensägen


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Dieses Öl ist prinzipiell geeignet und meist auch biologisch abbaubar. Zudem ist es bedeutend billiger als spezielles Fahrradkettenöl.

Das Zeug kleistert wunderbar und hält sich wie der Teufel an der Kette fest - allerdings zieht es auch Dreck wie ein Magnet an. Kettensägenöl ist eine gute Alternative zu Ketten(fließ)fett. Jede Marke ist empfehlenswert. Bei Motorsägenöl muss zwischen Biologisch abbaubarem und z.B. Mineralischem unterschieden werden. Biologisch abbaubare, oft günstigere verharzen in der Regel schnell. Das hat im Winter den Vorteil, dass die Kette nicht rostet, wenn die Kette gut damit eingestrichen wird. Die Kette wird man aber auch kaum wieder davon befreien können. Teureres mineralisches Kettenöl harzt nicht, kann also als Ersatz für Kettenöl genommen werden.



Kupferlappen


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Eigentlich dienen diese Lappen im Haushalt der vorsichtigen Reinigung von Töpfen. Kupfer ist weicher als Stahl und zerkratzt diesen nicht so schnell wie z. B. Stahlwolle.

Die Lappen sind schlauchförmig hergestellt, das macht die Handhabung recht einfach. Kette umfassen und mit der anderen Hand die Tretkurbel rückwärts drehen. Danach ist der Dreck teilweise in den Fasern des Lappens, der Rest in der Hand. Für eine oberflächliche Reinigung sicher gut geeignet, da auch die Kette danach wieder schön glänzt. Gibt man etwas Öl drauf, verteilt sich das auf der Kette. Diese Kupferlappen sind eine ziemlich clevere Lösung.

Man kommt nicht so fein in alle Ritzen wie mit einer Zahnbürste aber als schnelle effektive Reinigung zu empfehlen.

Will oder muß man unterwegs die Kette anfassen, ist das auch eine gute Möglichkeit, sich die Hände nicht allzu dreckig zu machen.



Petroleum / Diesel

Beide sind als Notlösung akzeptabel, zum groben Reinigen der Kette geeignet. Wenn man eine Kette allerdings darin "wäscht", wird die innere Schmierung beseitigt. Ein getränkter Lappen als Reinigungsmittel ist allerdings ein gutes Mittel.



Motorradkettenöl

Ist nur im Notfall geeignet. Dieses Öl ist für sehr hohe Umdrehungsgeschwindigkeiten gedacht, Motorradketten sind oft vor Schmutz geschützt oder unterliegen (Enduro) auch einem hohen Verschleiß, sie werden aber nicht auf seitliche Bewegung belastet.

Dieses Kettenöl ist wesentlich zäher als das für Fahrräder, es zieht aber Schmutz wie ein Magnet an.



Silikonspray

Dieses Spray, wie auch einige "Wundermittel" auf Lotusbasis sollen durch Hydrophobierung Schmutz von der Kette fernhalten. Bedingt funktioniert das sogar, ob es die teuren Mittelchen wert ist, mag jeder nach Versuchen selbst einschätzen.

Derartiges Spray verhindert ein Verdrecken der Kette je nach Einsatzgebiet des Fahrrades recht gut, ein vollwertiger Ersatz als Schmiermittel ist es nicht.

Aufgrund der reduzierten "Druckbeständigkeit" von Polysiloxanen steigt jedoch der Materialverschleiß bei Kette und Ritzeln.



keine Pflege

So albern es klingt - aber auch das ist eine akzeptable Alternative!

Man kann die Kette einfach "zu Tode" fahren. Danach sind sowohl neue Kette als auch ein neues Zahnkranzpaket fällig. Daß die Kettenblätter dabei in Mitleidenschaft gezogen werden, ist relativ unwahrscheinlich.

Dies ist die bevorzugte Version von Sportlern, die aber auch genau wissen, was sie tun - und die auch wissen, wann das Material "am Ende" ist. Unterm Strich ist das billiger als aufwendige Kettenpflege, Sportler belasten die Kette auch weit weniger, weil sie wissen, wie man sauber schaltet.

Man kann auch mit Haifischzähnen noch vernünftig fahren, wenn sich Kette und Zahnkranzpaket aufeinander eingespielt haben. Dann hilft ein Kettenwechsel allerdings nicht mehr, es muß im Bedarfsfall beides getauscht werden.



Salzwasserangriff

Dagebüll Mole bei etwas Wind: Schlecht für Fahrradketten

Alles auf dieser Seite Gesagte ist in der aggressiven Umgebung von Salzwasser, etwa der Nordseeküste, den Niederlanden usw. zu relativieren. Nicht umsonst haben Hollandräder geschlossene Kettenkästen, dies schont die Kleidung, hält aber auch das Salz ab.

Selbst Ketten aus nichtrostendem Stahl leiden manchmal unter Korrosion, selbst Edelstahl ist nicht völlig korrosionsfrei, auch wenn dies nicht der bekannte rotbraune "Rost" ist, Korrosion sieht bei verschiedenen Metallen sehr unterschiedlich aus. Die Nietstifte, die ja die größte Belastung zu tragen haben, sind jedoch fast immer aus rostendem Stahl und sind somit besonders anfällig.

Nun stellt sich die Frage, warum denn das Tourenrad von Opa 30 Jahre lang funktioniert hat, das teure neue Rad jedoch so schnell im Antrieb den Geist aufgibt. Ältere Räder haben alle Antriebskomponenten aus leicht legiertem Stahl. Heutige Räder jedoch oft Kettenblätter aus Aluminium und außerdem wesentlich leichtere, dünnere Ketten. "Früher" wurde dem Problem der Korrosion also durch massiven Materialeinsatz begegnet. Und alte Räder haben oft "Haifischzähne", Kränze und Kettenblätter sind ausgeleiert, die Kette ebenso. Das ganze System funktioniert aber noch, weil sich alles gleich abnutzt. Bei älteren Kettenschaltungen gilt Ähnliches: alles aus Stahl, alles nutzt sich ab - bis irgendwann nichts mehr geht und alles gewechselt werden muß.

Neuere Räder haben oft Kettenblätter aus Aluminium. Diese nutzen sich am schnellsten ab, in salziger Umgebung besonders gerne. Blankes Alu in Salzluft bildet schnell einen weißlich-grauen Überzug, das ist Korrosion. Und das ist sehr weich, schnell abgerieben. Hinzu kommen dünnere Ketten als zu Opas Zeiten und schon paßt die Kette nur noch vorn oder hinten. Was kann man dagegen unternehmen?

  • Geschlossener Kettenkasten bei Nabenschaltung? Ganz dick Kettenfett rein und man hat Ruhe.
  • Immer dick Kettenfett drauf sprühen? Eine elende Schmiererei.
  • Kettenwachs? Kann eine Lösung sein, ist aber auch sehr schmutzig.
  • Kettenblatt aus Alu mit Keramikbeschichtung? Das ist hart wie Stahl, schwächstes Teil wird die Kette - also einfach billige Ketten nehmen und oft wechseln. Im unsalzigen Flachland wäre eine hochwertige Kette angesagt, das Gesamtsystem lebt lange. In Salzluft aber gilt dies nicht, man hat definitiv Verschleiß, also das billigste Ersatzteil ständig ersetzen.
  • Öl für Kettensägen ist sehr zäh und anhänglich, das dürfte gut geeignet sein.



Wundermttel

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Es gibt zahlreiche Mittel, die versprechen, eine ideale Lösung zu bieten. Angeblich reinigen und schmieren sie gleich gut. Das ist aber unmöglich, denn Reinigung geschieht durch Lösung von Fett, was ja gerade nicht passieren soll. Diese Mittel heißen oft "High-Tech", "Kettenfluid", "Hochleistungs"irgendwas, "Extrem".

All diesen Mitteln ist gemein, daß sie vergleichsweise teuer sind. Es gibt sogar Mittel, die behaupten, daß sie schmieren, ohne zu fetten. Von all diesen Mitteln ist abzuraten.



Kettenreinigungsgeräte

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Diese können unter bestimmten Umständen im Hochleistungssport sinnvoll sein, allerdings ist hier die Lebenserwartung der Ketten ohnehin sehr gering.

Im Privatbereich sind solche Geräte völlig sinnlos, weil sie die lebenswichtige innere Schmierung, welche normalerweise ein Kettenleben lang hält, herauswaschen. Diese Schmierung ist nachträglich nicht mehr wieder zu ersetzen, das setzt die Lebensdauer der Kette stark herab.



Kärcher


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Hochdruckreiniger sind die sicherste Methode, in wenigen Minuten eine Fahrradkette zu ruinieren. Dabei ist es unerheblich, mit welchem Schmiermittel man die Kette danach wieder fettet oder ölt.

Bedingt geeignet ist die Methode im Leistungssport (MTB), wenn Ketten sehr stark verschmutzt sind, danach mit WD-40 geschmiert werden (siehe unten). Allerdings verringert sich die Lebensdauer der Kette drastisch.

Wasser jeder Art ist Gift fürs Fahrrad, mit Druck erst recht. Neben der gewünschten Reinigung reinigt man auch alle Schmierstoffe weg, was nicht mehr ersetzbar ist (bzw. nur durch Totalzerlegung). Da die heutigen Innenlager und Schaltwerke nicht mehr zu zerlegen sind, kann ein einziger Kärcher- Einsatz sie zerstören.



Bremsenreiniger / Verdünnung


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Das ist absolutes "no-go" - man bekommt Ketten zwar wunderbar sauber, danach sind sie am Fahrrad aber nicht mehr zu gebrauchen.

Derartige Mittel wirken so stark entfettend, daß die Kette als Maschinenelement unbrauchbar wird. Theoretisch könnte man mit permanenter Schmierung aushelfen, das würde dann aber eine riesige Schmiererei werden, wodurch sich das Ganze zu Quatsch entwickelt.



WD-40


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Früher war "Caramba" als universelles Rostlösespray bekannt und beliebt.

Heute ist es als Rostlöser, Schmiermittel, Kontaktspray, Korrosionsschutz und Reiniger in einem als WD-40 bekannt und beliebt.

WD-40 ist wirklich sehr gut! Als Kettenpflegemittel ist es aber nicht geeignet, weil es Öl und Fett verdünnt und somit die lebenslange Schmierung auswäscht.

WD-40 (aber auch andere, ähnliche Produkte) hat zumeist einen beiliegenden "Sprühstrohhalm" integriert, welcher die punktgenaue Behandlung ermöglichen kann. Jedoch besteht bei dieser Sprühanwendung die Gefahr, dass bei Rädern mit Scheibenbremse dieselbe Ölspritzer abbekommt und somit in kürzester Zeit ihrer Bremskraft beraubt ist. Bei Sprühbehandlung mit Scheibenbremsen gilt daher: Möglichst "vorne" an den Kettenblättern und weit entfernt von den Bremsen arbeiten. Etwas umständlicher aber besser ist es jedoch, WD-40 nicht direkt zu sprühen, sondern auf einen Lappen o.ä zu geben und mit diesem dann die Kette zu reinigen.


WD-40 ist ein Wundermittel für alle möglichen Probleme am Fahrrad, selbst verharzte Nabenschaltungen sind mit einem kurzen Sprühstoß repariert.

Auf der Kette bringt WD-40 erstmal scheinbare Erfolge, Schmutz wird gut gelöst, man kann Sand usw. viel besser abwischen. Der unangenehme Nebeneffekt ist die enorme Kriechfähigkeit des Mittels, was mittelfristig eher schadet. Wird die Kette ständig, also nach jeder Fahrt mit WD-40 eingesprüht, kann das aber durchaus gutgehen.

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Man braucht nur zwei Dinge im Leben: WD-40 und Gaffa.
Wenn es sich nicht bewegt, aber sollte - WD-40.
Wenn es sich bewegt, aber nicht sollte - Gaffa.
Sheldon Brown



Ballistol


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Foto: Winfried Mueller
Lizenz: GFDL

Ballistol ist ein Reinigungs- und Pflegeöl, das ursprünglich für Waffen konzipiert war. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Friedrich Wilhelm Klever als Waffenöl für die deutsche Armee entwickelt. Hauptbestandteil von Ballistol ist Paraffinöl, was für Menschen und Umwelt unbedenklich ist, sogar in der Lebensmitteltechnologie eingesetzt wird und weitgehend biologisch abbaubar ist. Außerdem sind Alkohole beigesetzt. Ballistol ist wasserverdrängend und schmutzlösend. Das hört sich ideal für die Kettenpflege an. Aber es ist leider nicht so.

Das Öl ist wasserlöslich, kann also durch Regen verdünnt und abgewaschen werden, dabei bildet sich eine weiße Emulsion. Ballistol ist gut zur Reinigung geeignet, allerdings nicht zur Konservierung. Die Alkohole dringen in die innere Schmierung der Kette ein und verdünnen sie, was diese flüchtig macht. Ballistol wirkt nicht so stark entfettend wie WD-40, die Langzeitwirkung ist aber ähnlich.

Ballistol kann als Schmiermittel bedingt genutzt werden, wenn das Rad selten mit Regen oder anderem Wasser in Berührung kommt, dann sollte aber ständig nachgeschmiert werden. Wird die Kette trocken, schreitet der Verschleiß sehr schnell voran.

Vereinzelt hört man, daß Ballistol als Pflegemittel für Fahrradsattel geeignet ist. Man muß, falls man es anwendet, sehr vorsichtig sein, nicht zu viel auftragen. Sonst kann das Leder dauerhaft verseifen.



Nähmaschinenöl

Dieses Öl galt jahrzehntelang als richtig. Dies änderte sich aber mit Aufkommen der Kettenschaltungen auf dem Massenmarkt.

Als Kettenpflegemittel wird es immer noch eingesetzt, obwohl es dafür wie WD-40 ungeeignet ist. Für Nabenschaltungen gilt, was früher gemacht wurde: Nähmaschinenöl ist ok.



Graphit

Es schmiert zwar gut, erhöht aber den Verschleiß. Es hat zwar eine weit geringere Härte als Stahl (nur etwa 1-2 Mohs), ist aber als Feststoff für solche Belastungen wenig geeignet. Anmerkung: Graphit nicht mit MoS2 verwechseln! Beide haben zwar einen ähnlichen Aufbau aber doch eine andere Wirkung. MoS2 schmiert auch absolut ohne Öl, ist extrem druckaufnahmefähig, hat ein wesentlich besseres Haftvermögen an Metallflächen, schmiert von -180 bis +450 Grad. Der Reibungskoeffizient von Mos2 (0,06) ist wesentlich geringer als der von Graphit (0,1) und sinkt unter Druckbelastung noch weiter - z.B. bei 1400kg/cm2 auf 0,03.



exotische Methoden

Es gibt "Geheimtips" wie Babyöl, Salatöl und verschiedene andere Rezepte. Prinzipiell ist selbst Penatencreme besser als gar kein Schmierstoff, aber das gilt eigentlich nur für Nabenschaltungen. Eine Schaltungskette verkraftet sowas nur relativ kurze Zeit.

Um einer Kette im Sommer das Quietschen abzugewöhnen, kann man auch Sonnenschutzöl oder -creme nehmen, das ist aber immer nur eine Notlösung und keine langfristige Geschichte.



Weiterführende Links


wenig geeignet für Ketten am Fahrrad
  • Bref Power Reiniger- dort beworben für: "Auf großen Flächen sind Fett, Öl, Schlieren und Schmutz nicht immer leicht zu entfernen...." - also nicht für Fahrradketten, auch wenn in der Werbung von Google Anderes suggeriert wird