Als trist wird auch oft funktionale Industriearchitektur angesehen. Seit der „Klassischen Moderne“ sind Industriebauten weitgehend schmucklos, die Form folgt der Funktion. Farben wurden nur verwendet, wenn sie einen baulichen Grund hatten, beispielsweise als Rostschutz. So enstanden Bauwerke, die allerorten weitgehend gleich aussehen. Dieser Trend wird erst in den letzten Jahrzehnten gebrochen. Industriebauten bleiben weiterhin relativ schmucklos, erhalten aber bunte Farben sowie Farbkontraste.
[[Image:Berlin schlesische-str-7 bonjour-tristesse 20050224 p1010029.jpg|thumb|Wohnhaus „Bonjour Tristesse“ in Berlin-Kreuzberg]]
Das Wohnhaus „Bonjour Tristesse“ steht an der [[Schlesische Straße (Berlin)|Schlesischen Straße]] Nr. 7 im Berliner Stadtteil [[Berlin-Kreuzberg|Kreuzberg]]. Es wurde 1982/83 erbaut und schließt eine Kriegslücke im [[Altbau]]bestand der Straße. Der Entwurf Sizas sah eine Ausstattung mit pro Etage vier großen Wohnungen vor, die durch vier [[Treppenhaus|Treppenhäuser]] erreichbar sein sollten, außerdem sollten in das [[Erdgeschoss]] verschiedene soziale Einrichtungen integriert werden. Aus Kostengründen wurde der Plan jedoch modifiziert. Heute bestehen zwei Treppenhäuser, über die 46 Wohnungen erreichbar sind.
Den Namen bekam das Wohnhaus nicht vom Architekten sondern durch einen unbekannten Sprayer, der die Worte „Bonjour Tristesse“ auf den gut sichtbaren Giebel des Eckhauses sprühte. Dies sollte als Kritik an der grauen Fassade und den eintönigen Fenstergestaltungen mit immer gleichen Abständen innerhalb des abwechslungsreichen Straßenbildes verstanden werden. Eine erkennbar abgesetzte Sockelzone oder einen Dachabschluss, wie er in der 90 Jahre älteren, umgebenden Architektur üblich war, gibt es nicht. Die einzige Abwechslung wird durch eine leicht geschwungene Bauform sowie eine hohe [[Attika]] erreicht.
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