Einstellungen an der Kamera
- Manueller Modus - alles Andere erfordert extrem viel Erfahrung und wird mit ziemlicher Sicherheit scheitern. Alle Automatikprogramme sind mit Blitzanlagen überfordert, lediglich spezielle teure Blitzgeräte von Metz können mit Studioblitzen umgehen und sind schnell genug, Kameras rechtzeitig mit den Daten zu füttern. Die Blende nie voll aufreißen, auch bei extrem guten Objektiven. Man möchte schließlich auch das Ohr noch scharf bekommen, wenn das Auge scharf ist.
- Dateiformat - immer RAW und volle Qualität JPG, selbst wenn man das nur für ein einziges Bild benötigt.
- Weißabgleich - auch wenn RAW nachträgliche Korrekturen erlaubt: nur mit ordentlichem Weißabgleich kann man Fotos auf dem Monitor gut einschätzen. Keine fotografierte Person findet sich gut getroffen, wenn die Haut schweinchenrosa ist, da kann das Bild noch so gut sein
- Weißabgleich
- 12-07-17-landtagsprojekt-bayern-RalfR-weiszabgleich-2.jpg
...sondern mit Betonung auf die grauen Fläche. Ob dies vor Einstellung der Individualfunktion zu machen ist, hängt vom Kameramodell ab.
- 12-07-17-landtagsprojekt-bayern-RalfR-weiszabgleich-3.jpg
mit dem eingestellten individuellen Weißabgleich wird die weiße Seite fotografiert, sie sollte nun frei von Farbstichen und schneeweiß sein (Kontrolle am kalibrierten Bildschirm)
- Schwarzweiß? - wenn die Kamera das anbietet, sollte man JPG in S/W speichern, die RAW sind ja in Farbe. So erübrigt sich jede Diskussion mit dem Dargestellten über "ungünstige Farben"
- Tiefenschärfe - sie muß etwa 30 cm betragen, damit ist ein frontal fotografierter Kopf durchgehend scharf, auch wenn der Fokus auf Nase oder Ohr liegt. Viel mehr ist weder erforderlich noch günstig, weniger schafft jedoch unscharfe Bereiche. Diese sollten nur in Ausnahmefällen und sehr gezielt produziert werden, dazu sind sehr lange Brennweiten erforderlich. Als optimale Blende wähle irgendwas um 4 bis 5,6 bei 1,4er Objektiven, bei lichtschwächeren entsprechend kleinere Öffnungen. Offenblende 5,6 geht gerade noch, die Beugungsunschärfe erlaubt dann maximal 11 bis 16
- Objektive
- Nikkor AF-S VR DX 18-200mm f3.5-5.6.jpg
Suppenhuhn: denkbar ungeeignet
- Nikkor AF-D 85mm F1.8 b.jpg
1,8/85
sehr gut
Optimum in den meisten Situationen
- Brennweite - nicht unter 50 mm Äquivalent, keine Weitwinkel! Festbrennweiten mit großer Offenblende sind Zoomobjektiven vorzuziehen. Nimm dein bestes Objektiv! Ein relativ billiges 1,8/50 ist viel besser als ein Suppenhuhn 5,6/18-250
- Belichtungszeit - je nach Blitzanlage und Kamera sind hier Zeiten zwischen 1/30 und 1/1000 möglich. Aber nur theoretisch. Beschränke dich auf 1/60 oder 1/125, in Ausnahmen geht auch 1/250. Nicht jede Kamera unterstützt kurze Synchronzeiten, man möchte aber bei Kamerawechsel nicht alles neu berechnen.
- Testaufnahmen - sind unbedingt erforderlich, die Kontrolle am Kamerabildschirm reicht niemals aus! An einem kalibrierten Laptop testen, dazu brauchst du zwischen 1 und 60 Minuten.
- Filter - jegliche Filter vom Objektiv nehmen, sie schlucken Licht, brechen merklich oder beeinflussen sonst irgendwie das Foto. Im Studio sind die Kameras keinen Gefahren ausgesetzt, die einen Schutzfilter verlangen, ab damit!
Als ganz grobe Anhaltswerte zur Blitz- und Kameraeinstellung:
| • 2 Blitzköpfe von schräg vorn mit Diffuser, einer leicht von oben, einer aus 1,75 m Höhe • beide Blitze etwa 3-4 m vom Objekt entfernt Lies die Bedienungsanleitung deiner Kamera, mache die Speicherkarten leer und lade die Akkus. |


