== Malerei ==
[[Bild:Jan van Goyen 006.jpg|thumb|right|[[Jan van Goyen]]: Landschaft mit zwei Eichbäumen (1641)]][[Bild:Caspar David Friedrich 029.jpg|thumb|right|[[Caspar David Friedrich]]: Mönch am Meer (um 1808-1809)]]
In der [[Malerei]] spielt das Gefühl der Tristesse vor allem in der [[Landschaftsmalerei]] eine große Rolle. Hier kann mit grauen, braunen oder erdigen Tönen, oder mit tiefhängenden, schweren Himmeln leicht eine triste Stimmung erzeugt werden.<ref>Georg Jakob Wolf: ''Joseph Schmid-Fichtelbergs Landschaften'' in ''Die Kunst, Monatshefte für freie und angewandte Kunst XXXXI.'' F. Brickmann A.-G. München 1920. Seite 104</ref>
Beliebt war dieses Motiv in der Niederländischen Landschaftsmalerei des späten 17. Jahrhunderts, vor allem [[Jacob van Ruisdael]] und [[Jan van Goyen]] malen in dieser Zeit oft düstere und schwermütig wirkende Landschaften mit dramatischen Wolkenformationen, absterbenden Bäumen und sich herabstürzenden Wasserfällen. Diese Bilder werden zu Ausdrucksträgern subjektiver Empfindung und des Gefühls der Tristesse. Da zu zur dieser Zeit die [[Melancholie]], wenn auch schon seit dem [[Humanismus#Humanismus_als_Epochenbegriff|Humanismus]] als „[[Modekrankheit]]“ galt, wurden die Bilder durch die [[Romantik]]er sehr wertgeschätzt.
Ende des 18. und Anfang der 19. Jahrhunderts war vor allem [[Caspar David Friedrich]] für die Tristesse in seinen Bildern berühmt. Er verkörperte den typischen Romantiker: Er war eher [[introvertiert]], weltscheu, naturverbunden und religiös. Seine Bilder werden oft als [[Melancholie|melancholisch]] interpretiert: seine Gedanken kreisten oft um Sein, Vergehen und Werden. So hat er sich zum Beispiel gefragt: : ''„Warum, die Frag’ ist oft zu mir ergangen, wählst du zum Gegenstand der Malerei so oft den Tod, Vergänglichkeit und Grab? Um ewig einst zu leben, muss man sich oft dem Tod ergeben.“'' Dabei entfernt sich Caspar David Friedrich immer mehr vom Erhabenen, das einen angenehmen Schauer auslösen sollte, als Motiv. Statt schaurig-schöner Erhabenheitsinszenierung entstehen eindringliche Dokumente kaum ertragbarer Grenzerfahrungen. [[Heinrich von Kleist]] fasst dies in dem berühmten Text ''Verschiedene Empfindungen vor einer Seelandschaft von Friedrich'' in die Worte: : ''„Nichts kann trauriger und unbehaglicher sein, als diese Stellung in der Welt: der einzige Lebensfunke im weiten Reiche des Todes, der einsame Mittelpunkt im einsamen Kreis. Das Bild liegt, mit seinen zwei oder drei geheimnisvollen Gegenständen, wie die [[Apokalypse]] da, als ob einem die Augenlider weggeschnitten wären.“''<ref>Heinrich von Kleist: ''Empfindungen vor Friedrich’s Seelandschaft'' in Reinhold Steig (Hrsg.) ''Heinrich von Kleist’s Berliner Kämpfe.'' Spemann,Berlin, Stuttgart, 1901. Seiten 262-268</ref> [[Vincent van Gogh]] wollte mit betont „bunten“ Bildern der Tristesse seines Alltags entfliehen und verwandte sehr bunte, oft auch Fehlfarben. Die dunklen Himmel machten viele seiner Bilder aber eher trist und bedrückend.<ref>Verzamelde Brieven van Vincent van Gogh, hg. Vincent Willem van Gogh, Wereld-Bibiotheek, Amsterdam & Antwerpen, 1953, Neuauflage 1974; engl. The Complete Letters of Vincent van Gogh. Little, Brown & Co. 1958, 1978; franz. Correspondence... 1960; dt. Vincent van Gogh. Sämtliche Briefe, hg. Fritz Erpel & übers. Eva Schumann. Henschel-Verlag, Berlin (DDR) 1965 & 1968, Neuauflage: Lamuv Verlag, Frankfurt am Main, 1985</ref>
== Etymologie ==