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Eintagesrennen

Monumente des Radsports

Als so genannte Monumente des Radsports werden die heute fünf berühmtesten Eintagesrennen im Straßenradsport bezeichnet.

Es lassen sich vor allem zwei Faktoren benennen, die für das herausragende Prestige der "Monumente" entscheidend sind: das Alter des Rennens und die Qualität der Siegerliste. Alle fünf Rennen sind dementsprechend vor dem Ersten Weltkrieg entstanden und haben jeweils ein beeindruckendes Palmarès aufzuweisen.

Das Streckenprofil der Rennen unterscheidet sich dagegen signifikant. Alle Monumente haben zwar eine Streckenlänge von mindestens 250 km. Während Mailand-San Remo aber ein nur gemäßigt hügeliges und in den letzten Jahren für Sprinter durchaus geeignetes Terrain aufweist, gelten Lüttich-Bastogne-Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt als anspruchsvolle Rennen mit langen Anstiegen. Im Gegensatz zu diesen drei ausschließlich auf Asphalt ausgetragenen Klassikern zeichnen sich die mit kurzen und steilen Anstiegen versehene Flandern-Rundfahrt und insbesondere das flache Paris-Roubaix durch ihre schweren Kopfsteinpflasterpassagen aus.

Nur drei - interessanterweise ausnahmslos belgischen - Rennfahrern gelang es bisher, bei allen fünf Monumenten des Radsports mindestens einmal zu gewinnen. Zunächst gelang dies Rik van Looy, der von 1958 bis 1965 insgesamt acht Siege bei den "Monumenten" erreichte. Danach konnten nebeneinander Eddy Merckx (von 1966 bis 1976) und Roger de Vlaeminck (von 1970-1979) die gleiche Konstanz aufweisen. De Vlaeminck gewann insgesamt zehn der Klassiker, Merckx konnte sogar 19 Mal (und bei jedem Rennen mindestens zweimal) triumphieren - ein Rekord, der wohl für alle Zeiten unerreichbar sein dürfte, bedenkt man die heutige Spezialisierung der "Klassikerjäger".

Monumente des Radsports seit Ehrenname heutiger Termin
Mailand-San Remo (Italien)
1907
La Classicissima
Ende März
Flandern-Rundfahrt (Belgien)
1912
Vlaanderens Mooiste
Anfang April
Paris-Roubaix (Frankreich)
1896
L'Enfer du Nord
Mitte April
Lüttich-Bastogne-Lüttich (Belgien)
1892
La Doyenne
Ende April
Lombardei-Rundfahrt (Italien)
1905
Das Rennen der fallenden Blätter
Mitte Oktober
Etappenrennen

Tour de France

Die Tour de France ist das berühmteste und für die Fahrer bedeutendste Radrennen der Welt. Seit 1903 wird die Tour alljährlich – mit Ausnahme der Zeit des Ersten (ausgefallen 1915-1918) und Zweiten Weltkriegs (ausgefallen 1940-1946) – während dreier Wochen im Juli ausgetragen und führt dabei in wechselnder Streckenführung quer durch Frankreich und das nahe Ausland. Das Rennen wird von der Amaury Sport Organisation (ASO) veranstaltet.

Der US-Amerikaner Lance Armstrong konnte von 1999 bis 2005 die Tour als erster Fahrer siebenmal gewinnen. Fünf Siege erreichten Jacques Anquetil (Frankreich, 1957 und 1961 - 1964), Eddy Merckx (Belgien, 1969 - 1972 und 1974), Bernard Hinault (Frankreich, 1978/1979, 1981/1982 und 1985) und Miguel Indurain (Spanien, 1991 - 1995). Die meisten Platzierungen auf dem Podium erreichte Raymond Poulidor der dreimal Zweiter und fünfmal Dritter wurde, die Tour aber weder gewinnen, noch ein einziges Mal das Gelbe Trikot erobern konnte.

Giro d'Italia

Der Giro d’Italia gilt als das zweitwichtigste Etappenrennen der Welt – nach der Tour de France und vor der Vuelta a España. Seit 1909 wird der Giro alljährlich – mit Ausnahme der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs – während dreier Wochen im Mai ausgetragen und führt dabei in wechselnder Streckenführung quer durch Italien und das nahe Ausland.

Den Rekord von jeweils fünf Gesamtsiegen beim Giro halten drei Fahrer: Die Italiener Alfredo Binda und Fausto Coppi gewannen zwischen 1925 und 1933 bzw. zwischen 1940 und 1953, der belgische „Kannibale“ Eddy Merckx errang seine Siege zwischen 1968 und 1974.

Die meisten Etappensiege hat Mario Cipollini aufzuweisen, der im Jahre 2003 seinen 42. Erfolg seit 1989 feiern durfte und damit den Uralt-Rekord von Alfredo Binda (41 Etappensiege) übertraf. Mit neun Siegen bei einem einzigen Giro erreichte Alessandro Petacchi 2004 einen Nachkriegsrekord.

Vuelta a España

Zum ersten Mal 1935 und seit 1955 alljährlich ausgetragen, führt die Vuelta innerhalb von drei Wochen in wechselnder Streckenführung quer durch Spanien und das nahe Ausland. Nachdem die Spanien-Rundfahrt zunächst traditionell im Frühjahr stattfand, wurde ihr Termin Mitte der 90er Jahre auf den September verlegt.

Mit je drei Gesamtsiegen bei der Vuelta teilen sich der Schweizer Radrennfahrer Tony Rominger (1993-1995) und der Spanier Roberto Heras (2000, 2003, 2004) den Rekord. Das in der deutschen Öffentlichkeit sehr im Schatten der Tour de France stehende Rennen konnten drei Deutsche gewinnen: Rudi Altig 1962, Rolf Wolfshohl 1965 und Jan Ullrich 1999. Insgesamt dominieren aber die Spanier, die 28 der bisher 59 Ausgaben der Vuelta für sich entscheiden konnten.

Belgien
Sportler / Sportlerin
Siege ges. Monumente Weltmeister Tour
de France
Giro
d'Italia
Vuelta
a España
Stunden-
weltrekord
Belgien Tom Boonen
3
1
Walter Godefroot
3
Eddy Merckx
525
19
4
5
5
1
1
Peter van Petegem
2
1
Deutschland
Sportler / Sportlerin
Siege ges. Monumente Weltmeister Tour
de France
Giro
d'Italia
Vuelta
a España
Stunden-
weltrekord
Deutschland Rudi Altig
2
1
1
Hanka Kupfernagel
3
Michael Hübner
7
Gustav-Adolf Schur
2
Klaus-Peter Thaler
5
Jan Ullrich
3
1
1
Erik Zabel
194
4
Frankreich
Sportler / Sportlerin
Siege ges. Monumente Weltmeister Tour
de France
Giro
d'Italia
Vuelta
a España
Stunden-
weltrekord
Frankreich Jacques Anquetil
1
5
2
1
1
Jeannie Longo-Ciprelli
944
13
3
3
Henri Desgrange
1
Laurent Fignon
2
2
1
Bernard Hinault
200
3
1
5
3
2
Italien
Sportler / Sportlerin
Siege ges. Monumente Weltmeister Tour
de France
Giro
d'Italia
Vuelta
a España
Stunden-
weltrekord
Italien Gino Bartali
7
2
Alfredo Binda
6
3
5
Mario Cipollini
189
1
1
Fausto Coppi
9
1
2
5
1
Francesco Moser
6
1
1
2
USA
Sportler / Sportlerin
Siege ges. Monumente Weltmeister Tour
de France
Giro
d'Italia
Vuelta
a España
Stunden-
weltrekord
Italien Lance Armstrong
1
7
Greg LeMond
2
3

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