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Anton Burger

Aus Fahrradmonteur
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Der Wiener Hofmaschinist Anton Burger (1767 - 1849) errichtete 1797 in der Vorstadt Wieden seine „1. Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen in Österreich“. Der gebürtige Preuße hatte 1817 zeitgleich mit Karl Drais das Laufrad erfunden.

Am 7. August 1824 reichte er ein durchaus ähnliches Patent ein:

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Wir Franz der Erste,

von Gottes Gnaden Kaiser von Österreich; König
von Jerusalem, Hungarn, Böhmen, der Lom-
barden und Venedig, von Dalmatien, Croatien,Slavonien,
Galicien, Lodomerien, Illyrien; Erzherzog zu Oestreich;
Herzog von Lothringen, Salzburg, Steyer, Kärnthen, Krain, Ober-
und Nierder-Schlesien; Großfürst in Siebenbürgen; Markgraf in Mähren;
gefürsteter Graf von Habsburg und Tyrol u. u.


Quelle: Wiener Stadt- und Landesarchiv
Merkantil- und Wechselgericht, A3 - Fasz. 3 - Firmenakten, 1. Reihe: B 402

1824-anton-burg-patent-laufrad-2.jpg
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..., darin bestehend, daß eine Maschin

aufgestellet werde , welche zur Beseitigung der
Gefahr des Umfallens auf drey Rädern ruht,
mit einem Kaleschsitze versehen werden könnt,
sehr leicht zu dirigieren sey , und daher selbst
Kindern von fünf Jahren oder Greisen eine
der Gesundheit zuträgliche willkührliche Bewe-
gung möglich mache, die sich mit jenen in einer
Kalesche vergleichen lasse.


Quelle: Wiener Stadt- und Landesarchiv
Merkantil- und Wechselgericht, A3 - Fasz. 3 - Firmenakten, 1. Reihe: B 402

1824-anton-burg-patent-laufrad-2a.jpg

Über weitere Ereignisse um dieses Laufrad ist nichts bekannt, er wurde auch nie in Verbindung mit Karl Drais genannt. Anton Burger ist aber einer der zahlreichen klugen Köpfe Anfang des 19. Jahrhunderts, die als Erfinder des Fahrrads in Frage kommen.

Kalesche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da im Patenttext mehrmals von einer "Kalesche" die Rede ist, soll erst mal geklärt werden, was das ist bzw. was man früher darunter verstand. In der "Oeconomische Encyclopädie" von Krünitz (entstanden bis 1858) steht dazu folgendes:

Kalesche, ein leichter offener Wagen, der an statt eines gewöhnlichen Chaise=Kastens einen offenen Kasten auf dem Gestelle hat, worin noch gemeiniglich ein geflochtener Korb eingesetzt ist. Sie unterscheidet sich von einem gemeinen Wagen dadurch, daß sie zierlicher und bequemer mit ordentlichen Sitzen gebauet, auch angestrichen ist. Sie erhält nach ihrem verschiedenen Gebrauche verschiedene Beynahmen; als: Postkalesche, so wie sie auf den Posten zur Fortschaffung der Reisenden üblich ist; Reisekalesche, siehe Reisewagen, im Art. Pfeil-IconWagen.
Im Franz. Calèche, im Ital. Calessa, welche, so wie das Deutsche von dem Slavon. Kolasa, Kolossnitza, abstammen, welches daselbst eigentlich einen einspännigen Reisewagen, einen Reisewagen auf 1 Pferd, bedeutet. Daß dieses Wort in den slavonischen und tatarischen Mundarten wenigstens schon alt ist, erhellet aus folgenden Worten in den Libris Tristium des Ovid, welche man aber als unecht in den neuern Ausgaben wieder weggelassen hat:

Gens inculta nimis vehirur crepitante Kolossa.
Hoc verbo currum Scythe vocare soles.

Calèche heißt auch eine Art leichter Kutschen, die in Frankreich zur Spatzierfahrt, besonders in Gärten, gebraucht werden, und vorn und an den Seiten mit ledernen oder andern Vorhängen versehen sind.

Auch heißt bey dem Frauenzimmer Calèche eine Art taffetener Sonnenhüte, die absatzweise mit Fischbein unternahet sind, und, wenn sie zurück geschlagen werden, in der Gegend des Nackens zusammen fallen. Ihre Gestalt kommt einiger Maßen mit dem Verdecke einer Kalesche überein.