Vorlage:Rohloff/Speedhub 500/14

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Speedhub 500/14

Der Firmeninhaber Bernhard Rohloff hatte 1994 die Idee, eine Nabe zu bauen, die die Vorteile von Ketten- und Nabenschaltung vereinigt und schmutz- und salzwasserunempfindlich ist. 1997 wurden erste Prototypen der Nabe getestet, 1999 begann die Serienproduktion. Im Jahr 2004 zog die Firma wegen der gestiegenen Nachfrage nach der Nabe in neue Produktionsstätten um, Anfang 2006 waren rund 50.000 SPEEDHUB 500/14 weltweit im Einsatz.

Es werden verschiedene Versionen der Nabe hergestellt:

  • TS (Touring Schraubachse)
  • DB (Disc Brake, Scheibenbremse)
  • CC (Cross Country, Felgenbremse)
  • EX (externe Schaltzugansteuerung)
  • OEM (original equipment manufacturer, Erstausrüster, nur für Rohloff Ausfallende)
  • OEM2 (wie OEM, für Rahmen mit Scheibenbrems-Aufnahme nach internationalem Standard (IS 2000))
  • T (Tandem)

Alle Naben sind in Aluminium poliert, rot pulverbeschichtet oder schwarz eloxiert lieferbar.

Technik

Im Inneren in der Nabe arbeiten drei hintereinander geschaltete Planetengetriebe. Das Zusammenspiel der beiden ersten Stufen ergibt insgesamt sieben Gänge, durch Ein- und Ausschalten der dritten Stufe wird diese Anzahl auf 14 verdoppelt. Im Gegensatz zu anderen Nabenschaltungen sind bei der Speedhub nicht nur An- und Abtriebseite der Nabe, sondern auch alle Planetenräder zur Erzielung eines hohen Wirkungsgrades wälzgelagert. Als einzige auf dem Markt befindliche Fahrradnabe besitzt die Speedhub eine Ölbadschmierung (Tauchschmierung), was dauerhaft eine zuverlässige Schmierung der Komponenten sicherstellt.

Das übersetzungsverhältnis vom Ritzel zur Raddrehzahl beträgt zwischen 0,279 und 1,467. Der 11. Gang ist als Neutralgang mit dem übersetzungsverhältnis 1:1 ausgeführt. Die Reibungsverluste des Antriebs liegen je nach Gang zwischen 1 % und 5 % und sind damit nicht grÖßer als die von hochwertigen Kettenschaltungen.

Das Differenz-Drehmoment zwischen der Eingangsseite der Nabe (Kettenritzel) und Ausgangsseite (Hinterrad) muss wie bei jeder Getriebenabe in den Hinterbau des Rahmens eingeleitet werden. Dies kann durch ein entsprechend geformtes Ausfallende geschehen (OEM-Versionen) oder durch die oben gezeigte Drehmomentstütze. Beides verhindert ein Verdrehen der Achse des Hinterrades innerhalb des Fahrradrahmens beim Treten in die Pedale.

Der Schaltmechanismus arbeitet zwangsgesteuert über zwei Bowdenzüge und einen Drehschaltgriff. Die Rastung für die Gänge ist bei der Speedhub in die Nabe integriert. Gegenüber der sonst verbreiteten LÖsung, die Rastung im Schaltgriff unterzubringen, ist somit die Einstellung der Bowdenzüge zum Drehschaltgriff unkritisch. Lediglich die Gangmarken am Drehgriff stimmen bei falscher Justierung nicht, die Funktion der Schaltung bleibt jedoch erhalten. Bei sehr starker Verstellung der Seilzüge kann der Drehschaltgriff an seinen Anschlag geraten, bevor der erste oder letzte Gang in der Nabe erreicht ist.

Die korrekte Einstellung der Zugspannung ist zwar für die Funktion der Nabe nicht direkt notwendig, beeinflusst jedoch die Schaltpräzision. Wird die Schaltungsbetätigung durch zu kleines Spiel in den Zügen schwergängig, so lässt sich kein sauberer Gangwechsel durchführen. Gleiches gilt bei extrem vergrÖßertem Spiel in den Schaltzügen.

Der Schaltgriff kann rechts oder links am Lenker montiert werden und die Drehrichtung zum Schalten in die grÖßeren bzw. kleineren Gänge ist ebenfalls frei wählbar. Sollen die Gangmarkierungen am Schaltgriff lesbar und zutreffend sein, ist jedoch eine bevorzugte Drehrichtung und die Montage am rechten Lenkerende vorgegeben.

Die Rahmenklemmbreite entspricht heutigem Standard von 135 mm. Die Nabe wiegt ja nach Ausführung zwischen 1700 g (CC) und 1825 g (CC DB). Die Ölfüllung beträgt 25 ml. Der Hersteller empfiehlt je nach Belastung halbjährlich, mindestens aber alle 2 Jahre einen Ölwechsel.

Der Zahnkranz der Nabe ist für Fahrrad-Schaltungsketten 1/2 x 3/32" (ISO 082) ausgelegt und wird mit 13/15/16/17 Zähnen angeboten (letztere 3 als Wenderitzel ausgelegt).

Masse

Das Gewicht der Nabe kann nicht direkt mit einer Nabe für Kettenschaltungen verglichen werden. Aufgrund der symmetrischen Einspeichung sind die Speichenbelastungen wesentlich geringer, somit kÖnnen weniger und dünnere Speichen verwendet werden als bei einer vergleichbaren Kettenschaltung. Die Kette ist kürzer, das Ritzelpaket entfällt, die Speichen sind wesentlich kürzer. In der Gesamtbetrachtung aller einflussnehmenden Komponenten ist die Speedhub kaum schwerer als eine Kettenschaltung. Hierbei sind die Einsatzgebiete der Nabe zu beachten, sie findet an Alltagsrädern, Reiserädern (ein passender Drehgriff für Rennlenker ist bei der Fa. Mittelmeyer beziehbar [1]) oder Mountainbikes Verwendung. Spezielle Rennrad-Laufräder sind zwar leichter aber nicht vergleichbar.

Der direkte Gewichtsvergleich mit einer hochwertigen Kettenschaltung (Shimano XT) ergibt das Mehrgewicht einer vollen Trinkflasche.