Wichtige Herstellerländer für Fahrräder waren traditionell Italien, England, Frankreich und Deutschland. So waren Reynolds- oder Columbus- Rohre lange ein Garant für hochwertige Fahrräder.
Der Schwerpunkt der Fahrradherstellung hat sich nach Asien verlagert, viele Markenhersteller lassen ihre Modelle in Taiwan herstellen. Das Label 'Made in Taiwan' ist bei Fahrrädern nicht mehr Synonym für Billigware. Vielmehr bedeutet die hohe Spezialisierung der Asiaten, daß sie gute Qualität zu annehmbaren Preisen bieten. Europäische Hersteller bedienen Billiglabel (Baumarkt etc.) oder fertigen exklusive, individuelle Fahrräder, welche deutlich mehr kosten als die Massenartikel aus Asien. Taiwanesische Firmen lassen mittlerweile weniger hochwertige Fahrräder in Vietnam und Laos bauen, weil die Lohnkosten auch in Taiwan mittlerweile zu hoch sind.
Viele traditionelle Fahrradhersteller existieren nicht mehr, vielmehr werden bekannte Markennamen wie beispielsweise Dürkopp oder Wanderer von anderen Herstellern vermarktet.
Aus Frankreich, Holland und Belgien kommen Fahrräder aller Preis- und Qualitätsklassen. Beim Kauf eines Touren- oder Sportrades ist darauf zu achten, dass man keine Bereifung ... x 1,5 wählt, diese Bereifung ist außerhalb der Benelux- Staaten nur sehr schwer erhältlich. Die Hollandräder sind deutlich robuster und langlebiger als andere Tourenräder, ein Reifenwechsel am Hinterrad überfordert aber einen Hobbyschrauber. Da die Firmen aus Benelux alle Preisklassen und Fahrradtypen abdecken, lassen sie sich schlecht kategorisieren. Vom Baumarkt- Billigfahrrad bis zum Profi- Rennrad kann man alles antreffen.
Bis auf wenige Ausnahmen bedienen heute deutsche Fahrradhersteller den europäischen Massenmarkt, im Ausland auch unter anderen Labels. Während in der mittleren Preisklasse noch deutsche Marken vertreten sind (Univega, Steppenwolf, Wanderer...) hat hochwertige Fahrradtechnik nicht mehr den Namen 'Made in Germany'. Einige wenige Spezialisten stellen handgefertigte Rahmen her, erreichen aber bei weitem nicht die Qualität der italienischen und taiwanesischen Hersteller (bei hÖheren Preisen).
Die Massenware der italienischen Fahrräder wird meist unter den verschiedensten Labels in Taiwan gefertigt. Räder, welche wirklich aus Italien kommen, sind heute meist teure Handanfertigungen, überwiegend in Stahl und gemufft angefertigt. Bianchi als Großhersteller lässt Massenware in Taiwan fertigen. Alle genannten italienischen Hersteller beliefern Profi- Rennställe, teilweise lassen sich Spitzenfahrer Liebhaberstücke maßschneidern.
Die Firmen aus den USA bedienen auf dem europäischen Markt überwiegend den mittel- bis hochpreisigen Markt der Mountainbikes. Durch den Aufkauf europäischer Massenhersteller (Villiger, Diamant) werden in den letzten Jahren neue Märkte erschlossen. Kerngebiet der Handelstätigkeit bleibt der Bereich MTB, auch wenn durch die Erfolge von Lance Armstrong versucht wird, die Marke Trek in Europa zu etablieren.